Cycle path on the European Bridge Neurüdnitz-Siekierki
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Radfahren auf der Tour Brandenburg - von Cottbus nach Eberswalde

Obwohl Ostbrandenburg nicht zu den bekanntesten Tourismusregionen Deutschlands gehört, zählt die Region für mich seit einigen Jahren zu den schönsten Reisezielen für Radreisen. Hohe Berge oder Orte, die regelmässig in Reiseführern auftauchen, sucht man hier vergeblich. Stattdessen begeistert die Region mit ihren weiten Wäldern, zahlreichen Seen, kleinen und ruhigen Städten mit angenehmer Atmosphäre sowie einer hervorragenden Radinfrastruktur. Diesmal kehrte ich zurück, um einen weiteren Abschnitt der beliebten Tour Brandenburg zu erkunden.
 
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Cycling tourism in Brandenburg
Bike and wine experience
Bicycle panniers and trailers

Route on the map

Route: Cottbus (Germany) - Beeskow - Fürstenwalde - Strausberg - Siekierki (Poland) - Eberswalde (Germany)
GPX file (GPS track): cyclingthread.com-brandenburg-2025.gpx
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Tour Brandenburg cycle route near Eberswalde
Tour Brandenburg bei Eberswalde
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1.111 Kilometer Radabenteuer in Deutschland

Die Tour Brandenburg ist der längste ausgeschilderte regionale Radfernweg in Deutschland - nach offiziellen Angaben misst sie beeindruckende 1.111 Kilometer. Das ist deutlich zu viel für eine einzige Reise, zugleich aber mehr als genug, um Inspiration für mehrere kürzere Mehrtagestouren zu bieten. Während unserer früheren Radtouren durch Brandenburg [DE] erkundeten wir den nördlichen Teil der Strecke, diesmal entschied ich mich jedoch für ihren östlichen Abschnitt von Cottbus nach Eberswalde. Auf mehr als 250 Kilometern fuhr ich parallel zur Oder durch die ruhigen Landschaften Ostbrandenburgs und verband dabei Städte, Seen, Wälder und geschützte Naturgebiete miteinander.

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Tour Brandenburg route leaving Cottbus
Die Tour Brandenburg beim Verlassen von Cottbus

Diesen Teil Brandenburgs hatten wir bereits auf der Oder-Spree-Tour kennengelernt - einer mehrtägigen Rundroute durch Wälder und Seen sowie entlang von Flüssen und Kanälen im Osten der Region. Die Tour Brandenburg kreuzt die Oder-Spree-Tour zweimal, und einer der gemeinsamen Abschnitte führt über die markante hölzerne Fluthbrücke am Oder-Spree-Kanal bei Fürstenwalde. Deshalb waren mir einige der Landschaften und Orte entlang der Strecke bereits vertraut. Die Tour Brandenburg bietet jedoch einen deutlich umfassenderen Blick auf Brandenburg als die regionale Oder-Spree-Tour und ermöglicht es, die Region aus einer breiteren und abwechslungsreicheren Perspektive zu erleben.

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Cycle path along the Oder River
Radweg entlang der Oder
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Keine Klagen über die Deutsche Bahn

In Deutschland hört man nicht selten Beschwerden über die Qualität der Dienstleistungen der Deutschen Bahn. Meine eigenen Erfahrungen sind jedoch seit Jahren sehr positiv, und auch diese Reise bildete keine Ausnahme. Den Startpunkt in Cottbus erreichte ich mit einem pünktlichen Regionalzug aus Frankfurt (Oder), in dem ich problemlos ein geräumiges Fahrradabteil fand. Besonders gefreut habe ich mich über das riesige Fahrradsymbol an der Außenseite des Zuges, das ich fotografieren konnte. Diese einfache Lösung nenne ich oft als hervorragendes Beispiel guter Praxis, weil sie das Reisen mit dem Fahrrad in der Bahn deutlich erleichtert.

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Deutsche Bahn train from Frankfurt (Oder) to Cottbus
Deutsche-Bahn-Zug von Frankfurt (Oder) nach Cottbus
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Start auf der Tour Brandenburg in Cottbus

Cottbus gehört nicht zu den Städten, die auf Deutschlandreisen besonders häufig auf dem Programm stehen, dennoch lohnt es sich, hier einige Stunden zu verbringen. In der Altstadt haben sich die malerischen Gerberhäuser erhalten, die als ehemalige Wohn- und Arbeitsstätten der Gerber zu den ältesten ihrer Art in Europa zählen. Nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt liegt der Branitzer Park, einer der bemerkenswertesten Landschaftsparks Deutschlands, der von Fürst Hermann von Pückler-Muskau gestaltet wurde. Sein bekanntestes Wahrzeichen ist die Erdpyramide auf einer künstlichen Insel inmitten eines Sees, die zugleich die letzte Ruhestätte des Parkschöpfers ist.

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Historic old town of Cottbus
Historische Altstadt von Cottbus

Wie so oft genoss ich die grünen Uferlandschaften entlang der Spree, an denen ein komfortabler Radweg angelegt wurde. Neben der Tour Brandenburg verlaufen hier auch der Gurkenradweg, der Spreeradweg und die Niederlausitzer Bergbautour, deren langen Abschnitt wir bereits auf einer unserer früheren Frühjahrsreisen mit dem Fahrrad gefahren sind. Dieses dichte Netz an Radwegen sollte man im Hinterkopf behalten, denn Cottbus ist gut erreichbar und verfügt über eine solide Radinfrastruktur. Dadurch eignet sich die Stadt hervorragend als Ausgangspunkt für Touren durch den östlichen und südlichen Teil Brandenburgs.

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Cycle route signposts in Brandenburg
Wegweiser für Radwege in Brandenburg

Cottbus eignet sich auch gut für eine Übernachtung. Auf dieser Reise kehrte ich in das Hotel zurück, in dem wir bereits vor vielen Jahren während einer verregneten Radtour durch den Spreewald übernachtet hatten. Das Spree-Waldhotel in Cottbus gehört zum Bett+Bike-Netzwerk - dem deutschlandweiten System fahrradfreundlicher Unterkünfte - und ist einer jener Orte, an denen die Fahrradatmosphäre nahezu überall spürbar ist. Im grosszügigen Innenhof unter hohen Kiefern befinden sich ein Fahrradunterstand und ein sicherer Abstellraum für Räder. Selbst einige Möbel greifen das Thema auf - mehrere Tische wurden aus restaurierten historischen Fahrrädern gefertigt. Das ist nur ein kleines Detail, verleiht dem Ort aber einen besonderen Charakter. Weitere Unterkünfte in Brandenburg finden Sie auf einer beliebten Buchungsplattform.

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A unique bicycle table at a hotel in Cottbus
Ein besonderer Fahrradtisch in einem Hotel in Cottbus

Am ersten Tag meiner Reise auf der Tour Brandenburg verlasse ich Cottbus über denselben Radweg entlang der Spree. Solche lokalen Fahrrad-Autobahnen schätze ich besonders, weil sie es ermöglichen, das Stadtzentrum nahezu ohne Unterbrechungen zu verlassen. Wer mit Packtaschen unterwegs ist, geniesst es, ruhig und sicher am Fluss entlangzufahren, statt an jeder Ampel und Kreuzung anhalten zu müssen. In Cottbus führt die Strecke bald auf einen kleinen Hochwasserdamm an der Spree und eröffnet dadurch leicht erhöhte Ausblicke auf die Umgebung. Schon wenige Kilometer nach dem Verlassen des Zentrums wird deutlich, dass die Stadt hinter einem zurückbleibt und die Reise in jene Landschaften führt, die für Brandenburg so typisch sind.

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Tour Brandenburg near Cottbus
Tour Brandenburg bei Cottbus
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Cottbuser Ostsee - einer der jüngsten Seen Deutschlands

Nach nur wenigen Kilometern erreicht die Tour Brandenburg das Ufer des Cottbuser Ostsees - eines der jüngsten und grössten künstlichen Gewässer Deutschlands. Er entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Braunkohletagebaus Cottbus-Nord, der über Jahrzehnte eine wichtige Rolle für die Wirtschaft der Lausitz spielte. Nach dem Ende des Bergbaus begann ein gross angelegtes Renaturierungsprojekt, bei dem die Grube schrittweise geflutet wurde. Heute entstehen rund um den See neue Radwege, Marinas, Strände und Freizeiteinrichtungen. Der Cottbuser Ostsee ist eines der sichtbarsten Beispiele dafür, wie ehemalige Industrielandschaften im modernen Brandenburg umgestaltet werden und frühere Bergbaugebiete zunehmend neue Funktionen im Tourismus und Naturschutz übernehmen.

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Tour Brandenburg route with Cottbus See in the background
Tour Brandenburg mit dem Cottbuser Ostsee im Hintergrund
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Eine von Natur und Industrie geprägte Landschaft

Gleich hinter dem Cottbuser Ostsee erreiche ich einen wunderbaren Radweg durch die Peitzer Teiche - ein weitläufiges System aus Teichen, Wiesen und Feuchtgebieten, das zu den wertvollsten Naturräumen in diesem Teil Brandenburgs zählt. Die Route verläuft auf schmalen Dämmen zwischen den Gewässern und bietet weite Ausblicke über die Landschaft sowie hervorragende Möglichkeiten zur Beobachtung von Wasservögeln. Besonders charakteristisch für diese Gegend ist der Kontrast zwischen Natur und industrieller Vergangenheit. Am rechten Horizont bleiben über viele Kilometer die gewaltigen Kühltürme des Kraftwerks Jänschwalde sichtbar - eines der grössten Kohlekraftwerke Ostdeutschlands. Der Anblick ruhiger Teiche, Schilfflächen und dutzender Schwäne im Vordergrund, während sich in der Ferne das riesige Kraftwerk erhebt, zeigt eindrucksvoll, wie eng hier zwei scheinbar unterschiedliche Welten miteinander verbunden sind - Natur und das industrielle Erbe der Lausitz.

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Peitz Fishponds and Jänschwalde Power Station
Peitzer Teiche und Kraftwerk Jänschwalde

Am nördlichen Ende dieser wunderbaren Fahrt durch die Peitzer Teiche befindet sich das Hütten- und Fischereimuseum. Das Museum erzählt die Geschichte jener beiden Wirtschaftszweige, die die Region über Jahrhunderte geprägt haben - Eisenverarbeitung und Fischzucht, die eng mit dem weitläufigen Teichsystem verbunden war. Die kompakte Ausstellung vermittelt einen Einblick in die Geschichte der örtlichen Eisenhütte, die traditionelle Karpfenzucht und die Bedeutung beider Branchen für die Entwicklung der Stadt. Unübersehbar sind auch die markanten Backsteinschornsteine der ehemaligen Eisenhütte, die die Umgebung dominieren und zu den bekanntesten Wahrzeichen von Peitz zählen. In einem der Gebäude des früheren Industriekomplexes befindet sich heute eine kleine fahrradfreundliche Pension.

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Hütten- und Fischereimuseum in Peitz
Hütten- und Fischereimuseum in Peitz

Peitz selbst ist eine natürliche Fortsetzung jener Landschaft, durch die die Route zwischen den umliegenden Teichen führt. Über Jahrhunderte verdankte die Stadt ihren Wohlstand der Fischerei und der Wasserwirtschaft, und Spuren dieser Geschichte sind bis heute deutlich sichtbar. Über der Stadt erhebt sich der markante Turm der ehemaligen Festung, der an eine der bedeutendsten Befestigungsanlagen der Niederlausitz erinnert. Das mittelalterliche Peitz entwickelte sich rund um diese Anlage, die die umliegenden Handelswege und Wirtschaftsgebiete kontrollierte. Im Stadtzentrum haben sich mehrere historische Gebäude erhalten, die an die Zeit erinnern, als Peitz eine wichtige Verwaltungs- und Verteidigungsfunktion in der Region erfüllte.

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Historic center of Peitz
Historisches Zentrum von Peitz
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Komfortables Radfahren durch Brandenburg

Hinter Peitz kehrt die Tour Brandenburg zu dem zurück, was ich am Radfahren in Brandenburg besonders schätze - ruhiges und komfortables Reisen. Die Route verläuft überwiegend auf asphaltierten Radwegen und kleinen Nebenstrassen mit sehr wenig motorisiertem Verkehr. Selbst dort, wo sie das normale Strassennetz nutzt, bleibt das Radfahren entspannt und erfordert kaum Aufmerksamkeit für vorbeifahrende Fahrzeuge. Die Kilometer führen durch Wälder, Felder und kleine Dörfer, sodass man sich stärker auf die Landschaft als auf die Verkehrssituation konzentrieren kann. Zu den Erinnerungen, die ich von diesem Abschnitt mit nach Hause genommen habe, gehört ein Radweg hinter Peitz, der durch eine lange Allee alter Eschen führt. Es ist eine einfache und typisch brandenburgische Landschaft - vielleicht nicht spektakulär, aber ein perfektes Beispiel dafür, wie angenehm Radreisen in Deutschland sein können.

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Cycle path near Peitz in Brandenburg
Radweg bei Peitz in Brandenburg
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Zwei der schönsten Landschaften Brandenburgs

Nach den ruhigen Landschaften rund um Peitz führt die Route in die Lieberoser Heide, eines der grössten Naturgebiete Brandenburgs. Über Jahrzehnte wurde das Gebiet militärisch genutzt, was es paradoxerweise vor intensiver Bebauung und wirtschaftlicher Umgestaltung bewahrte. Heute prägen ausgedehnte Wälder, Heidelandschaften und offene Flächen das Bild, während die geringe Zahl an Strassen und Siedlungen diesen Abschnitt zu einem der abgeschiedensten der gesamten Route macht. Wer hier mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat schnell das Gefühl, die Zivilisation viele Kilometer hinter sich gelassen zu haben.

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Forests and heathlands of Lieberoser Heide in Brandenburg
Wälder und Heidelandschaften der Lieberoser Heide in Brandenburg

Einige Dutzend Kilometer später erreicht die Tour Brandenburg das Schlaubetal, das malerische Tal der Schlaube. Es zählt zu den schönsten Landschaften Brandenburgs, auch wenn die Route nur einen kleinen Teil dieser Region durchquert. Über Jahrtausende formte der Fluss eine Landschaft aus Wäldern, Seen und sanften Hügeln, die einen deutlichen Kontrast zum sonst meist flachen Brandenburg bildet. Bereits auf einer früheren Reise entlang der Oder-Spree-Tour hatten wir das Schlaubetal kennengelernt, wo die Abschnitte entlang der Schlaube zu den schönsten Teilen der gesamten Tour gehörten.

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Tour Brandenburg reaches Schlaubetal
Die Tour Brandenburg erreicht das Schlaubetal
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Beeskow für eine längere Pause

Beeskow gehört zu den grösseren Orten am östlichen Abschnitt der Tour Brandenburg und eignet sich gut für eine längere Pause. Der mächtige Turm der Marienkirche prägt das historische Stadtbild und ist bereits aus beträchtlicher Entfernung sichtbar. Etwas tiefer, direkt an der Spree, steht die mittelalterliche Burg, die über Jahrhunderte eine wichtige Verwaltungs- und Verteidigungsfunktion in der Region erfüllte. Wer die Stadt erkundet, sollte auch einen Spaziergang zum Flussufer unternehmen, wo sich eine ausgezeichnete italienische Pizzeria befindet. Nach vielen Kilometern durch Wälder und Seen bietet Beeskow einen angenehmen Tapetenwechsel und einen willkommenen Hauch von Stadtleben.

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Beeskow - historic city centre
Beeskow - historische Altstadt

Beeskow bietet auch ein hervorragendes Beispiel für eine praktische Unterkunft auf Radreisen. Direkt an der Spree liegt das Bootshaus Beeskow, eine einfache, gepflegte und preiswerte Pension. Der Standard entspricht etwa einer Unterkunft mit ein oder zwei Sternen, doch die Kombination aus Sauberkeit, fairen Preisen und sehr guter Lage macht sie zu einer ausgezeichneten Wahl für Radreisende. Beliebt ist die Pension auch bei Wassersportlern - direkt unter den Fenstern befindet sich ein kleiner Hafen mit Liegeplätzen für Boote und Kajaks. Genau solche Orte schätze ich besonders: ohne unnötige Attraktionen oder Luxusansprüche, aber mit allem, was man nach einem langen Tag im Sattel wirklich braucht.

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Bootshaus Beeskow
Bootshaus Beeskow
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Der erste Radfahrer auf einem neuen Radweg

Der folgende Tag beginnt mit einem weiteren hervorragenden Abschnitt der Route, diesmal auf frisch fertiggestelltem Asphalt. Er führt vom kleinen Ort Neubrück bis zur grossen Kersdorfer Schleuse, die ich sofort von unserer früheren Fahrt auf der Oder-Spree-Tour wiedererkannte. Ich war einer der ersten - vielleicht sogar der allererste - Radfahrer, der diesen Abschnitt nach Abschluss der Bauarbeiten befuhr. Die helle Tragschicht unter dem neuen Asphalt hob sich noch deutlich von dessen tiefschwarzer Oberfläche ab, während die Baumstämme entlang der Strecke weiterhin durch hölzerne Schutzvorrichtungen gesichert waren, die die Bauarbeiter zurückgelassen hatten.

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New cycle path along the Spree
Neuer Radweg entlang der Spree

Wie schon bei meinem früheren Besuch beeindruckte mich der Unterschied der Wasserstände zwischen der Spree und dem Oder-Spree-Kanal, die hier durch den neu asphaltierten Radweg miteinander verbunden sind. Die Spree verläuft links der Strecke, der Kanal auf der rechten Seite. Der Höhenunterschied zwischen beiden Wasserwegen wird durch die Kersdorfer Schleuse ausgeglichen, eines der wichtigsten wasserbaulichen Bauwerke des gesamten Kanals. Der Oder-Spree-Kanal wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Wasserverbindung zwischen Berlin, der Oder und den Ostseehäfen angelegt. Die Schleuse ermöglicht Schiffen das Überwinden eines Höhenunterschieds von mehreren Metern, und ihre Grösse zeigt die historische Bedeutung dieser Wasserstrasse für die Binnenschifffahrt. Auch heute sind hier sowohl Freizeitboote als auch grössere Frachtschiffe unterwegs.

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Cycle path between the Spree River and the Oder-Spree Canal
Radweg zwischen der Spree (links) und dem Oder-Spree-Kanal (hinter den Bäumen)

Wenige hundert Meter weiter erreicht die Route die Fluthbrücke, eines der markantesten Wahrzeichen entlang der Tour Brandenburg und einen ausgezeichneten Ort für ein Erinnerungsfoto. Die Holzbrücke über den Oder-Spree-Kanal fügt sich perfekt in die umgebende Waldlandschaft ein. Von oben bieten sich schöne Ausblicke auf den breiten Kanal und den Kontrast zwischen dieser sorgfältig geplanten Wasserstrasse und den natürlicheren Landschaften der umliegenden Wälder und Feuchtgebiete. Auf dem Radweg zur Brücke begegneten wir bereits während unserer früheren Reise auf der Oder-Spree-Tour einer Gruppe deutscher Rennradfahrer. Bei einer derart glatten Oberfläche und so wenig motorisiertem Verkehr lässt sich kaum ein besserer Trainingsort vorstellen.

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Fluthbrücke Bridge on the Tour Brandenburg route
Fluthbrücke auf der Tour Brandenburg

Fürstenwalde gehört zu den grössten Städten entlang des östlichen Abschnitts der Tour Brandenburg und eignet sich gut für eine längere Pause. Die Stadt liegt an der Spree und spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für Handel und Verkehr in der Region. Das bekannteste Wahrzeichen ist der Dom St. Marien, dessen Turm weit über die umliegende Bebauung hinausragt und bereits aus grosser Entfernung sichtbar ist. Obwohl Teile der Stadt im Zweiten Weltkrieg zerstört wurden, haben sich im Zentrum mehrere historische Gebäude und angenehme öffentliche Plätze erhalten, die zu einer kleinen Pause einladen. Dank ihrer Lage an der Spree und am Verkehrskorridor Berlin-Frankfurt (Oder) entwickelte sich Fürstenwalde zu einem der wichtigsten Wirtschafts- und Verwaltungszentren Ostbrandenburgs und übernahm eine bedeutende Rolle für Handel, Handwerk und später auch die Industrie.

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Finsterwalde, Brandenburg - historic town centre
Fürstenwalde - historische Altstadt
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Fahrradstraße - die Fahrradstrasse in Brandenburg

Zu den Elementen, die zum hohen Fahrkomfort beim Radfahren in Brandenburg beitragen, gehört die Fahrradstraße. Auf diesen Strassen haben Radfahrer Vorrang, während motorisierter Verkehr nur dort zugelassen ist, wo zusätzliche Verkehrszeichen dies erlauben. In der Praxis bedeutet das entspannteres Radfahren, weniger Fahrzeuge und eine andere Herangehensweise an die Verkehrsplanung, bei der das Fahrrad zum wichtigsten Verkehrsmittel wird. Fahrradstraßen finden sich zwar am häufigsten in deutschen Städten, werden aber zunehmend auch auf Verbindungen zwischen Ortschaften oder auf Strecken zu beliebten Ausflugszielen eingerichtet. Während meiner Reise durch Brandenburg nutzte ich solche Strassen viele Male und empfand sie stets als angenehme Alternative zu gewöhnlichen Strassen.

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Fahrradstraße - bicycle street in Brandenburg
Fahrradstraße in Brandenburg

Direkt an der Route liegt die Lichtenower Ziegelei, ein Relikt eines Ziegelwerks, das hier seit dem späten 19. Jahrhundert betrieben wurde. Die Fabrik entstand an einem Ort mit hochwertigen Tonvorkommen, aus denen Ziegel hergestellt wurden, die unter anderem in Berlin Verwendung fanden. Entscheidend für den Standort war die Lage am Oder-Spree-Kanal, die einen kostengünstigen Transport von Rohstoffen und fertigen Produkten auf dem Wasserweg ermöglichte. Teile des ehemaligen Industriekomplexes sind bis heute erhalten geblieben, darunter der markante Hoffmannsche Ringofen - eine der bedeutendsten Erfindungen der keramischen Industrie des 19. Jahrhunderts. Durch den kontinuierlichen Brennprozess konnten die Produktionsleistung gesteigert und die Kosten gesenkt werden. In ihren besten Jahren war die Ziegelei eine von vielen ähnlichen Anlagen, die das rasch wachsende Berlin mit Baumaterial versorgten.

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Lichtenower Ziegelei
Lichtenower Ziegelei

Strausberg markierte das Ende eines weiteren Tages auf der Tour Brandenburg. Die Stadt liegt an einem langen und schmalen See und war über Jahrhunderte ein wichtiger Handelsplatz auf der Route nach Berlin. Der mittelalterliche Grundriss ist bis heute gut erkennbar, mit Marktplatz, Resten der Stadtmauer und der Stadtpfarrkirche St. Marien und St. Nikolai, deren Turm die Silhouette der Stadt prägt. Bei einem Spaziergang durch das Zentrum fällt schnell auf, dass Strausberg auch ein beliebtes Naherholungsziel für die Bewohner der deutschen Hauptstadt ist. Der See, die Promenaden und die Freizeitanlagen verleihen dem Ort den Charakter eines kleinen Kur- und Erholungsortes, während er gleichzeitig vollständig in das gut ausgebaute Verkehrsnetz der Metropolregion Berlin eingebunden bleibt.

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Historic centre of Strausberg
Historisches Zentrum von Strausberg

Hinter Strausberg verändert sich die Landschaft allmählich. Zwischen den sanften Hügeln vor dem Odertal führt die Route durch das kleine Dorf Protzel und erreicht anschliessend Schloss Reichenow, eine der interessantesten Gutshausanlagen am östlichen Abschnitt der Tour Brandenburg. Das klassizistische Schloss ist von einem weitläufigen Landschaftspark aus dem 19. Jahrhundert umgeben, dessen ursprüngliche Gestaltung bis heute erhalten geblieben ist. Im Laufe der Jahre diente das Gebäude verschiedenen Zwecken und wurde nach einer umfassenden Sanierung in ein Hotel umgewandelt. Für Radreisende ist es jedoch vor allem ein angenehmer Ort für eine kurze Pause, denn Park und Schloss bilden einen reizvollen Kontrast zu den Wäldern, Feldern und kleinen Ortschaften, die die vorherigen Abschnitte der Route prägen.

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Protzel on the Tour Brandenburg route
Protzel auf der Tour Brandenburg
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Altes Oderbett bei Wriezen

Kurz hinter Wriezen lohnt es sich, die Landschaft genauer zu betrachten. Der schmale Fluss - oder vielmehr ein kleines Gewässer, das die Route kreuzt - ist in Wirklichkeit ein ehemaliger Arm der Oder. Bevor auf Initiative von König Friedrich II. von Preussen im 18. Jahrhundert die gross angelegte Regulierung des Flusses begann, floss die Oder hier durch unzählige Mäander, Nebenarme und Altwässer und überschwemmte regelmässig die umliegenden Flächen. Die zwischen 1747 und 1762 durchgeführten wasserbaulichen Massnahmen verkürzten den Flusslauf, entwässerten grosse Feuchtgebiete und machten die fruchtbaren Böden des heutigen Oderbruchs landwirtschaftlich nutzbar. Die alten Flussarme verschwanden jedoch nie vollständig. Vielerorts sind sie bis heute als Kanäle, Entwässerungsgräben oder kleine Wasserläufe erhalten geblieben und erinnern daran, wie das Odertal vor einem der ehrgeizigsten wasserbaulichen Projekte der Regionalgeschichte aussah.

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Former Oder riverbed near Wriezen
Altes Oderbett bei Wriezen
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Eine der längsten Radbrücken Europas

An dieser Stelle verlasse ich die offizielle Route, denn in den vergangenen Jahren hat sich hier eine bemerkenswerte Veränderung vollzogen. Statt der Tour Brandenburg weiter zu folgen, biege ich in Wriezen auf einen elf Kilometer langen Radweg ab, der auf einer ehemaligen Bahntrasse bis zur Oder und zum Oder-Neisse-Radweg führt. Dieser kleine Umweg ermöglicht den Besuch eines der aussergewöhnlichsten Radinfrastrukturprojekte Europas. Ziel ist die Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki - eine ehemalige Strassen- und Eisenbahnbrücke, die 1892 von Preussen als Teil einer Bahnverbindung zwischen Wriezen, Jädickendorf und weiter nach Stettin errichtet wurde. Nach einer umfassenden Modernisierung wurde die Brücke 2022 als moderner grenzüberschreitender Fuss- und Radweg zwischen Deutschland und Polen wiedereröffnet. Mit einer Länge von mehr als 600 Metern zählt sie heute zu den längsten Radbrücken Europas und bietet direkten Anschluss an das rasch wachsende Netz der Radwege in Westpommern.

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European Bridge Neurüdnitz-Siekierki over the Oder
Europabrücke Neurüdnitz-Siekierki über die Oder

Wer die Brücke zu Fuss oder mit dem Fahrrad überquert, bekommt ein gutes Gefühl für die Dimensionen des gesamten Projekts. Auf der polnischen Seite lohnt sich ein Stopp an der Aussichtsplattform, die hervorragende Blicke auf die Brücke selbst und die weiten Überschwemmungsflächen des Odertals bietet. Seit ihrer Eröffnung hat sich die Brücke schnell zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für Radfahrer an der deutsch-polnischen Grenze entwickelt. Einmal im Jahr verwandelt sich die ehemalige Eisenbahnbrücke zudem in eine Open-Air-Konzertbühne. Die Veranstaltung „Musik auf der Brücke“ bringt Musiker der Philharmonie Mieczysław Karłowicz in Stettin auf die Brücke, während sich das Publikum direkt auf dem Bauwerk und an beiden Ufern der Oder versammelt.

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Viewing platform at the Neurüdnitz-Siekierki Bridge
Aussichtsplattform an der Brücke Neurüdnitz-Siekierki

Die letzten Kilometer der Reise werden vom Wasser begleitet. Zunächst folgt die Route mehrere Kilometer dem heutigen Lauf der Oder, bevor sie kurz darauf einem ihrer ehemaligen Arme begegnet. In Oderberg lohnt sich ein Besuch des kleinen Hafens und eines Ortes, an dem sich seit Jahrhunderten wichtige Wasserwege der Region kreuzen. Die Stadt profitierte lange von ihrer Lage an der Oder und entwickelte Handel, Schifffahrt und Dienstleistungen rund um den Flussverkehr. Heute erinnern das Binnenschifffahrtsmuseum und die zahlreichen am Ufer festgemachten Schiffe an dieses Erbe. Hier wird deutlich, welche Bedeutung Kanäle und Wasserwege für die Verbindung zwischen Berlin, der Oder und der Ostsee hatten - und bis heute haben.

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Inland Shipping Museum in Oderberg
Binnenschifffahrtsmuseum in Oderberg
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Die einzigartigen Schiffshebewerke von Niederfinow

Hinter Oderberg folgen einige Kilometer auf einer etwas vergessenen Strasse, bevor das kleine Dorf Niederfinow erreicht wird. Dieser Abschnitt verläuft entlang eines ehemaligen Oderarms und markiert den Beginn - oder das Ende - des Oder-Havel-Kanals. Der 1914 eröffnete Kanal wurde gebaut, um den Transport zwischen Berlin und der Oder zu verbessern und ältere, weniger leistungsfähige Wasserverbindungen zu ersetzen. Dadurch konnten Güter schneller und sicherer zwischen der deutschen Hauptstadt, der Oder und den Ostseehäfen transportiert werden. Mehr als ein Jahrhundert später zählt der Kanal noch immer zu den wichtigsten Binnenwasserstrassen dieser Region Europas, was sich an der stetigen Zahl der hier verkehrenden Schiffe deutlich erkennen lässt.

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The unique Niederfinow ship lifts
Die einzigartigen Schiffshebewerke von Niederfinow

In Niederfinow fallen sofort zwei bemerkenswerte Bauwerke ins Auge, die weltweit nahezu einzigartig sind - die Schiffshebewerke von Niederfinow. Diese technischen Meisterleistungen ermöglichen es Schiffen, einen Höhenunterschied von mehr als 36 Metern zwischen zwei Abschnitten des Kanals zu überwinden. Statt eine klassische Schleuse zu durchfahren, fährt das Schiff in einen riesigen wassergefüllten Trog, der anschliessend wie ein gewaltiger Aufzug nach oben oder unten bewegt wird. Das ältere Schiffshebewerk wurde 1934 eröffnet und galt über Jahrzehnte als Symbol deutscher Ingenieurskunst. Seit 2022 wird es von einem deutlich grösseren Neubau ergänzt, der heute den grössten Teil des Schiffsverkehrs übernimmt. Der Anblick beider Hebewerke nebeneinander gehört zu den eindrucksvollsten Bildern der gesamten Reise durch Brandenburg. Im historischen Hebewerk befindet sich zudem eine Aussichtsplattform im Inneren, von der sich der Hebevorgang aus nächster Nähe beobachten lässt.

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Inside the older ship lift in Niederfinow
Im Inneren des älteren Schiffshebewerks in Niederfinow
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Radfahren am reizvollen Finowkanal

Die Anfahrt nach Eberswalde führt über einen besonders schönen Abschnitt entlang des Finowkanals, einer der ältesten künstlichen Wasserstrassen Deutschlands. Der Radweg verläuft fast direkt am Ufer und entfernt sich nur selten mehr als wenige Meter vom Wasser. Auf der einen Seite begleitet Radfahrer die ruhige Wasserfläche, auf der anderen Bäume, ehemalige Industriegebäude und Spuren der langen Verbindung der Region mit Schifffahrt und Wassertransport. Die Atmosphäre ist hier einzigartig und beinahe nostalgisch - anders als an jedem anderen Ort, den ich bisher mit dem Fahrrad besucht habe. Ohne zu zögern würde ich diesen Abschnitt zu den schönsten Radwegen zählen, die ich je gefahren bin.

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Cycling along the Finow Canal on Tour Brandenburg
Radfahren am Finowkanal auf der Tour Brandenburg
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Das Ende der Reise in Eberswalde

So wie Cottbus zu Beginn der Reise mit einem hervorragenden Radweg entlang der Spree begeistert, empfängt Eberswalde Radfahrer am Ende mit einer ebenso beeindruckenden Route am Wasser, die komfortabel bis ins Stadtzentrum führt. Über weite Strecken folgt die Tour Brandenburg hier dem Verlauf des Finowkanals. Unterwegs passieren Radfahrer historische wasserbauliche Anlagen, darunter Schleusen, Brücken und verschiedene technische Einrichtungen, die mit dem Betrieb des Kanals verbunden sind, der über Jahrhunderte ein bedeutender Verkehrskorridor in Brandenburg war. Besonders auffällig ist ein alter Kran, der an das industrielle Erbe der Stadt erinnert. Über Jahrzehnte gehörte Eberswalde zu den wichtigsten deutschen Standorten für die Herstellung von Kränen und Umschlagtechnik, während Schwerindustrie, Walzwerke und metallverarbeitende Betriebe den Charakter der Stadt prägten.

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An old industrial crane in Eberswalde
Ein alter Industriekran in Eberswalde

Eberswalde wurde im 13. Jahrhundert gegründet und ist seit 1990 Verwaltungssitz des Landkreises Barnim. Die Stadt wird oft als „Waldstadt“ bezeichnet, da sie von ausgedehnten Waldgebieten umgeben ist - dem Naturpark Barnim im Süden und dem Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin im Norden. Dieses grosse Waldgebiet hatten wir bereits auf früheren Radreisen durch Brandenburg erkundet. Ein grosser Teil der historischen Altstadt wurde gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zerstört, was den deutlich nachkriegszeitlichen Charakter einiger Stadtviertel erklärt. Dennoch lohnt sich ein Besuch des Marktplatzes, der Kirche St. Maria Magdalena und der erhaltenen Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer.

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Cycling breakfast in Eberswalde
Radfahrerfrühstück in Eberswalde
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Eine neue Inspiration - Historische Stadtkerne

Bevor ich diese Reise abschliesse, möchte ich noch auf eine weitere hervorragende Inspiration zum Radfahren in Brandenburg hinweisen - die Route „Historische Stadtkerne“. Dieses Radwegenetz besteht aus sechs mehrtägigen Rundtouren, die sich über das gesamte Bundesland verteilen und auf der Karte der offiziellen Website übersichtlich dargestellt sind. Wie der Name bereits verrät, verbinden die Routen historische Städte Brandenburgs und führen durch Orte mit erhaltenen mittelalterlichen Strassenstrukturen, Marktplätzen, Kirchen, Rathäusern und Resten alter Befestigungsanlagen. Die meisten dieser Städte gehören nicht zu den bekanntesten Reisezielen Deutschlands, was sie umso interessanter für alle macht, die die Geschichte und den Charakter der Region entdecken möchten. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie Brandenburg den Fahrradtourismus nutzt, um kulturelles und historisches Erbe erlebbar zu machen.

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A souvenir photo from Brandenburg
Ein Erinnerungsfoto aus Brandenburg

Die Fahrt von Cottbus nach Eberswalde hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig Brandenburg sein kann. Auf vergleichsweise kleinem Raum führt die Route durch wertvolle Naturlandschaften - von den Peitzer Teichen und den ehemaligen Militärflächen der Lieberoser Heide über historische Städte und Dörfer bis hin zu beeindruckenden wasserbaulichen Anlagen und der Brücke bei Siekierki, die heute zu den bemerkenswertesten Radquerungen Europas zählt. Es ist leicht nachvollziehbar, warum die Tour Brandenburg zu den interessantesten Radfernwegen Deutschlands [DE] gehört. Und mit mehr als 1.100 Kilometern Strecke wird sie noch lange Inspiration für weitere Reisen bieten.

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Have a safe ride! 💚

Simon Thread
(Szymon Nitka)

I'm a passionate cycling traveler and the voice behind Cycling Thread. I explore Europe on two wheels, documenting the most scenic routes, inspiring places and cyclist-friendly practices. My writing blends personal experience with practical insights and a deep love of travel. I'm also a contributor to National Geographic Traveler magazine.

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