Ferry on the Moselle in Pünderich
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Mosel-Radweg - durch Weinberge und historische Städte in Deutschland

Der Mosel-Radweg führt durch eine der markantesten Weinlandschaften Europas, zwischen steilen Weinbergen, mittelalterlichen Burgen und historischen Städten direkt am Fluss. Einer seiner größten Reize ist die Nähe zur Mosel - über weite Strecken fährt man direkt am Wasser und folgt den weiten Flussschleifen, während Weinberge fast die gesamten umliegenden Hänge bedecken. Die Route verbindet die römischen Baudenkmäler Triers mit dem historischen Zentrum von Koblenz. Dazwischen führt sie auf gut ausgebauten Radwegen durch Orte wie Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Cochem. Nach vielen früheren Radreisen in Deutschland waren wir besonders gespannt, wie dieser bekannte europäische Klassiker im Vergleich mit anderen beliebten Fernradrouten abschneiden würde.
 
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Route on the map

Route: Perl (Deutschland) - Trier - Neumagen-Dhron - Bernkastel-Kues - Traben-Trarbach - Zell - Cochem - Koblenz (Deutschland)
GPX file (GPS track): cyclingthread.com-moselle-2026.gpx

Mosel-Radweg - Inhaltsverzeichnis

  1. Mosel-Radweg unter Deutschlands beliebtesten Radrouten
  2. Vier Sterne vom ADFC für die Qualität
  3. Mosel-Radweg - wichtige Fakten und unsere Bewertungen
  4. Von der französischen Grenze bis zur Moselmündung
  5. Weinberge und Weinkultur entlang der Mosel
  6. Komfortable Radwege entlang der Mosel
  7. Unterkünfte und Angebote für den Radurlaub
  8. So organisierten wir unseren Aufenthalt in Trier
  9. Radlotsen in den Zügen entlang der Mosel
  10. Schengen - ein kurzer Besuch in Luxemburg
  11. Ein ruhiger Beginn zwischen Perl und Trier
  12. Ungewöhnliche Wegweiser am Dreiländereck
  13. Zwei Moselufer, zwei Länder
  14. Wormeldange und Luxemburgs Rieslingweinberge
  15. Nittel unter einer hellen Kalksteinwand
  16. Oberbillig - eine Pause mit Blick auf Luxemburg
  17. Radwege am Fluss vor den Toren Triers
  18. Ein Hotel voller Fahrräder in Trier
  19. Triers römische Baudenkmäler, Palais und Museum
  20. Hinter Trier beginnen die großen Flussschleifen
  21. Wem wir unterwegs auf der Route begegnen
  22. Eine römische Villa oberhalb von Mehring
  23. Zwischen Rebenreihen statt direkt am Wasser
  24. Auf der ehemaligen Trasse der Moselbahn
  25. Ein Weinbahnhof gegenüber von Trittenheim
  26. Neumagen-Dhron - Römerschiff und Hochwassermarken
  27. Piesport - römische Kelteranlage und Moselloreley
  28. Reifende Trauben direkt neben dem Radweg
  29. Schloss Lieser - ein Schloss am anderen Ufer
  30. Bernkastel-Kues - Fachwerkhäuser und der berühmte Doctor
  31. Mit dem RadBus die benachbarten Radrouten entdecken
  32. Unterkünfte an der Mosel frühzeitig buchen
  33. Eine historische Kelter versteckt in Erden
  34. Schieferböden in den Weinbergen bei Wolf
  35. Traben-Trarbach - Brückentor und Jugendstilvillen
  36. Einschienenbahnen an den steilen Weinberghängen
  37. Pünderich - Viaduktbögen und Blicke zur Marienburg
  38. Marienburg über der großen Moselschleife Zeller Hamm
  39. Zell - eine schwarze Katze und eine Weinprobe
  40. Bullays Doppelstockbrücke für Bahn und Straßenverkehr
  41. Bremm, Klosterruine Stuben und der steile Calmont
  42. Das natürliche Amphitheater des Tals gegenüber Briedern
  43. Was die riesigen Schriftzüge in den Weinbergen bedeuten
  44. Beilstein unter der Ruine der Burg Metternich
  45. Cochem - eine romantische Burg über der Altstadt
  46. Ein weniger sicherer Abschnitt hinter Cochem
  47. Eine schwimmende Bar mit Blick auf Bischofstein
  48. Hatzenport - eine Kirche zwischen Terrassenweinbergen
  49. Alken und die beiden Türme der Burg Thurant
  50. Kobern-Gondorf - ein hilfreicher Hinweis und eine Marktplatzpause
  51. Die letzten Weinberge rund um Winningen
  52. Koblenz - wo die Mosel auf den Rhein trifft
  53. Ein Fahrradaufzug in unserem Hotel in Koblenz
  54. Campingplätze als Alternative zu Hotels
  55. Mit dem Zug von Koblenz zurück nach Trier
  56. Unsere Eindrücke vom Mosel-Radweg
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Cycling through the vineyards near Koblenz
Mit dem Fahrrad durch die Weinberge bei Koblenz
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Mosel-Radweg unter Deutschlands beliebtesten Radrouten

Die Mosel-Radroute, in Deutschland als Mosel-Radweg bekannt, folgt dem deutschen Flussabschnitt von Perl bis Koblenz, wo die Mosel in den Rhein mündet. Sie gehört zu den bekanntesten Flussradrouten Europas und den beliebtesten Zielen für Radreisen in Deutschland. Das bestätigt die jährliche ADFC-Radreiseanalyse, in der die Route regelmäßig zu den zehn beliebtesten Radfernwegen in Deutschland zählt. Sie gehört außerdem zu Deutschlands Top-Flussradrouten, zu denen unter anderem der Elberadweg und der RuhrtalRadweg gehören. Der deutsche Abschnitt setzt die französische Radroute entlang der Mosel fort, die heute Teil der Fernradroute La Voie Bleue ist.

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Cycling along the Mosel Route in Germany
Unterwegs auf dem Mosel-Radweg in Deutschland
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Vier Sterne vom ADFC für die Qualität

Im März 2024 erhielt der Mosel-Radweg vier Sterne im Rahmen der Qualitätszertifizierung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs ADFC. Sie gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen für Radfernwege in Europa und beruht auf einer detaillierten Bewertung der Infrastruktur und der Bedingungen beim Radfahren. Zu den Kriterien zählen die Qualität der Oberfläche, die Breite der Radwege, die Sicherheit, die Beschilderung, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel und die touristische Infrastruktur. An der Mosel wurden besonders der Fahrkomfort, die klare Routenführung, die guten Bahn- und Busverbindungen und das breite Angebot für Radreisende positiv bewertet. Vier Sterne bestätigen die bestehende Qualität der Route und verpflichten dazu, sie zu erhalten. Denn zur Zertifizierung gehören auch regelmäßige Kontrollen des Zustands und die Behebung festgestellter Mängel.

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A church on the Luxembourg side of the Moselle
Eine Kirche auf der luxemburgischen Moselseite
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Mosel-Radweg - wichtige Fakten und unsere Bewertungen

Mosel-Radweg - wichtige Fakten und unsere Bewertungen auf einer Skala von 1 bis 10

Tatsächliche Strecke

250-260 km

Empfohlene Dauer

4-5 Tage

Radinfrastruktur

10 von 10

Sehenswürdigkeiten und Attraktionen

8 von 10

Landschaft und Aussichten

8 von 10

Öffentlicher Verkehr

10 von 10

Touristische Infrastruktur

10 von 10

Beschilderung und Informationen

10 von 10

Beste Zeit zum Radfahren

Von Mai bis Oktober

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Cycle path below the Calmont vineyard in Bremm
Radweg unterhalb des Weinbergs Calmont in Bremm
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Von der französischen Grenze bis zur Moselmündung

Der deutsche Abschnitt des Mosel-Radwegs ist 248 Kilometer lang und beginnt in Perl, nahe dem Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und Luxemburg. Zunächst führt er durch das Saarland und dann durch Rheinland-Pfalz. Dabei durchquert er drei charakteristische Talabschnitte: Obermosel, Mittelmosel und Untermosel. Unterwegs erreicht er Trier, eine der ältesten Städte Deutschlands, und anschließend zahlreiche Weinorte, darunter Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach, Zell und Cochem. Hier fließt die Mosel zwischen Eifel und Hunsrück und bildet weite Schleifen, die den Verlauf der Route prägen. Die letzten Kilometer führen nach Koblenz, wo die Mosel am bekannten Deutschen Eck auf den Rhein trifft. Die offizielle Einteilung umfasst zehn kurze Etappen, der gesamte deutsche Abschnitt lässt sich aber bequem in vier oder fünf Tagen fahren.

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Roads through the vineyards along the Moselle
Wege durch die Weinberge an der Mosel
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Weinberge und Weinkultur entlang der Mosel

Weinberge prägen die Landschaft im Moseltal stärker als alles andere und bedecken oft fast ganze Hänge über dem Fluss. Die Region gehört zu den ältesten Weinbaugebieten Deutschlands, ihre Tradition reicht bis in die Römerzeit zurück. Besonders bekannt ist sie für Riesling, der von den steilen, sonnigen Hängen und den Schieferböden profitiert. Bei Bremm liegt der Calmont, der zu den steilsten Weinbauflächen Europas zählt. Wein ist hier sowohl in der Landschaft als auch im Alltag der Orte entlang der Route präsent. Kleine Weingüter, Familienbetriebe, Weinstuben und traditionelle Weinfeste machen eine Reise auf dem Mosel-Radweg auch zu einer Begegnung mit der interessanten Kultur der Region.

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Vineyards along the Moselle Cycle Route
Weinberge entlang des Mosel-Radwegs
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Komfortable Radwege entlang der Mosel

Eine der größten Stärken des Mosel-Radwegs ist seine Radinfrastruktur. Sie ermöglicht es, dem Fluss ohne große Anstrengung und abseits des Autoverkehrs zu folgen. Überwiegend fahren wir auf glatten Asphaltwegen, oft direkt an der Mosel, zwischen Fluss und Weinbergen oder durch kleine Orte. Die Route ist fast eben, größere Steigungen erwarten Radreisende erst beim Verlassen der Hauptroute. Das sanfte Profil, die guten Oberflächen und die breiten Radwege eignen sich für ganz unterschiedliche Menschen - von Familien mit Kindern und älteren Personen bis zu weniger erfahrenen Radreisenden und Menschen auf Tandems oder Dreirädern. Auf vielen Abschnitten lässt sich mit Brücken und örtlichen Fähren auf beiden Flussseiten fahren, auch wenn die offizielle Route jeweils einem bestimmten Ufer folgt. Erst gegen Ende der Reise gibt es etwas längere Abschnitte neben Straßen.

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Bicycle with a trailer in Piesport
Fahrrad mit Anhänger in Piesport
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Unterkünfte und Angebote für den Radurlaub

Die Beliebtheit des Mosel-Radwegs sorgt dafür, dass es in jedem größeren Ort am Fluss eine breite Auswahl an Unterkünften gibt. Neben klassischen Hotels und Pensionen stehen familiengeführte Weingüter, kleine Frühstückspensionen und Campingplätze direkt an der Mosel zur Wahl. Ein wichtiger Teil dieses Angebots sind die Betriebe des Bett+Bike-Netzwerks in Deutschland - in der Region Mosel-Saar gibt es rund 130 zertifizierte Unterkünfte. Sie bieten sichere Abstellplätze für Fahrräder, grundlegendes Werkzeug und die Möglichkeit, auch nur eine Nacht zu bleiben. Noch einfacher machen es Veranstalter, die fertige Radreisen mit gebuchten Unterkünften und Gepäcktransport anbieten. So lässt sich die Route genießen, ohne die gesamte Reise selbst planen zu müssen.

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Bicycle storage area at a hotel in Koblenz
Fahrradabstellraum in einem Hotel in Koblenz
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So organisierten wir unseren Aufenthalt in Trier

Unser Plan für die Reise auf dem Mosel-Radweg erwies sich als praktisch und sehr bequem. Wir fuhren mit dem Auto nach Trier und ließen es während unseres gesamten Aufenthalts in der Moselregion auf einem kostenlosen Park-and-ride-Parkplatz stehen. Für die ersten drei Nächte buchten wir dasselbe Hotel in Trier, sodass wir nicht jeden Tag packen und die Unterkunft wechseln mussten. Am ersten Tag nahmen wir die Fahrräder im Zug nach Perl mit. Dort begannen wir den Mosel-Radweg und radelten zurück zu unserem Hotel in Trier. Den gesamten zweiten Tag widmeten wir der Stadt und ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, besonders denen aus der Römerzeit. Erst am dritten Tag verließen wir Trier und fuhren an der Mosel weiter in Richtung Koblenz. Nachdem wir das Ende der Route in Koblenz erreicht hatten, kehrten wir mit dem Zug nach Trier zurück, um unser Auto abzuholen.

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Bicycles on the train from Trier to Perl
Fahrräder im Zug von Trier nach Perl
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Radlotsen in den Zügen entlang der Mosel

Als wir am Bahnhof Trier auf den Zug nach Perl warteten, fiel mir die Weste eines Mannes auf dem Bahnsteig auf. Darauf stand "Radlotse", also ein Begleiter für Radreisende. Wir erfuhren, dass auf den Regionalbahnlinien RB 81 zwischen Koblenz und Trier sowie RB 82 zwischen Trier und Perl besondere Mitarbeiter Fahrgästen mit Fahrrädern helfen. Sie erleichtern das Ein- und Aussteigen, weisen Radreisende zu den passenden Zugbereichen und helfen dabei, die Fahrräder sicher unterzubringen. Das Angebot gibt es während der Radsaison an Wochenenden und Feiertagen sowie in den Sommerferien in Rheinland-Pfalz auch an Werktagen. Besonders nützlich sind diese Helfer, wenn gleichzeitig ein Dutzend oder mehr Radreisende mit Packtaschen auf dem Bahnsteig warten.

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Bicycle assistant on the train along the Moselle
Radlotse im Zug entlang der Mosel
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Schengen - ein kurzer Besuch in Luxemburg

Unsere Radreise auf dem Mosel-Radweg begannen wir mit einem kurzen Abstecher nach Luxemburg - nach Schengen, einem kleinen Ort auf der anderen Flussseite, nahe den Grenzen zu Deutschland und Frankreich. Seinen Namen kennt fast jeder Europäer, denn hier wurde am 14. Juni 1985 ein Abkommen unterzeichnet, das den Abbau der Grenzkontrollen zwischen europäischen Staaten einleitete. Am ursprünglichen Abkommen beteiligten sich fünf Länder: Belgien, Frankreich, die Niederlande, Luxemburg und die Bundesrepublik Deutschland. Für uns, die wir regelmäßig in Europa reisen, hat Schengen eine besondere Bedeutung. Denn die Freiheit, Grenzen zu überqueren, ist einer der größten Vorteile bei der Planung von Radreisen. Heute fühlt es sich ganz selbstverständlich an, ohne Halt an der Grenze von einem Land ins nächste zu radeln, obwohl Reisen in Europa noch vor wenigen Jahrzehnten ganz anders aussahen.

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Museum exhibition and ship in Schengen
Museumsausstellung und Schiff in Schengen

In Schengen lohnt sich ein Halt am Pavillon des Europäischen Museums am Flussufer. Es widmet sich der Geschichte des Abkommens und der Entwicklung des Schengen-Raums. Im Juni 2025 wurde hier zum 40. Jahrestag des Abkommens eine neue interaktive Ausstellung eröffnet. Auch das historische Schiff MS Princesse Marie-Astrid, auf dem das Dokument 1985 unterzeichnet wurde, kehrte in den Ort zurück. Nach der Zeremonie war es viele Jahre auf der Donau unterwegs, bevor es zurückgekauft und nach Luxemburg gebracht wurde. Nach umfangreicher Restaurierung trägt es heute den Namen Prinzessin Marie-Astrid Europa und gehört zum Museum. Besucher können dort den Raum besichtigen, in dem das Abkommen unterzeichnet wurde.

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The historic MS Princesse Marie-Astrid in Schengen
Die historische MS Princesse Marie-Astrid in Schengen
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Ein ruhiger Beginn zwischen Perl und Trier

Unser erster Tag auf dem Mosel-Radweg überraschte uns etwas. Wir hatten viele Radreisende erwartet, trafen zwischen Perl und Trier aber vergleichsweise wenige. Auch hatten wir mit zahlreichen Cafés, Restaurants und anderen Möglichkeiten für eine kurze Pause gerechnet, doch direkt an der Route gab es überraschend wenige. Erst an den folgenden Tagen verstanden wir, dass sich der Radtourismus an der Mosel vor allem auf den Abschnitt ab Trier konzentriert. Hier beginnen viele Radreisende ihre Fahrt nach Koblenz, darunter auch Gäste von Radreiseveranstaltern. Unsere erste Etappe fühlte sich deshalb ganz anders an als erwartet und deutlich ruhiger als der Rest der Reise.

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Der Mosel-Radweg bei Perl

Dieses von den Reiseveranstaltern geprägte Muster bedeutet aber nicht, dass sich ein Start in Perl nicht lohnt. Das tut er durchaus, denn er vermittelt ein umfassenderes Bild des Flusses und hilft, die Radreise entlang der Mosel einzuordnen. Hier ist das Tal noch relativ breit und die Landschaft offener als im mittleren Abschnitt, wo der Fluss markante, tief eingeschnittene Schleifen zwischen steilen Hängen bildet. Weinberge gibt es bereits, doch sie bestimmen die Umgebung noch nicht so stark wie an den folgenden Tagen. Auch lässt sich der Alltag kleiner Orte beobachten, die weniger auf große Zahlen von Radgästen eingestellt sind. Durch diesen Einstieg fallen die späteren Veränderungen der Landschaft, der Bebauung und der Besucherzahlen stärker auf. Die Reise erhält so einen natürlichen Zusammenhang, der bei einem Start in Trier fehlen würde.

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The first vineyards along the Moselle
Die ersten Weinberge an der Mosel
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Ungewöhnliche Wegweiser am Dreiländereck

In Perl bemerkten wir Radwegweiser, die anders aussahen als die aus anderen Teilen Deutschlands. Statt der vertrauten weißen Schilder mit grüner Schrift oder mit roter Schrift, wie wir sie kürzlich am RuhrtalRadweg gesehen hatten, fanden wir ältere grüne Schilder mit weißer Schrift. Sie ähnelten denen im benachbarten Luxemburg. Das ist eine Besonderheit des Grenzgebiets zwischen drei Ländern, in dem verschiedene regionale und internationale Radrouten zusammentreffen. An einem einzigen Pfosten hingen Wegweiser zu deutschen, französischen und luxemburgischen Orten sowie die Symbole mehrerer Routen, darunter Saarland-Radweg und Véloroute SaarLorLux. Auf den folgenden Kilometern kehrten wir zum vertrauteren deutschen System der Radwegbeschilderung zurück.

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Cycle route signposts from Luxembourg
Radwegweiser aus Luxemburg
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Zwei Moselufer, zwei Länder

Den besonderen Charakter des Mosel-Radwegs entdeckten wir bereits auf den ersten Kilometern. Obwohl die offizielle Route meist einem der beiden Flussufer folgt, gibt es auf vielen Abschnitten auf beiden Seiten Radwege. Auch die Orte liegen an beiden Ufern, und die Staatsgrenze macht die erste Etappe zusätzlich interessant. Einen großen Teil der Strecke von Perl nach Trier fahren wir am rechten Moselufer durch Deutschland, während auf der anderen Seite links Luxemburg liegt. Einer der ersten Orte unterwegs ist Remich, ein beliebtes luxemburgisches Urlaubsziel, das wir vom deutschen Ufer aus betrachteten.

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Remich, a Luxembourgish town on the Moselle
Remich, ein luxemburgischer Ort an der Mosel
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Wormeldange und Luxemburgs Rieslingweinberge

Einer der markantesten Anblicke an unserem ersten Tag war Wormeldange, ein kleiner Ort am luxemburgischen Moselufer. Er gehört zu den wichtigsten Weinorten Luxemburgs und ist besonders für Riesling bekannt, der von den sonnigen Hängen direkt über dem Ort profitiert. Wormeldange wird gelegentlich als Hauptstadt des luxemburgischen Rieslings bezeichnet, und seine Weinberge zählen zu den bekanntesten des Landes. Über dem Ort erhebt sich der bekannte Koeppchen mit seiner kleinen Kapelle, die vom deutschen Ufer gut zu sehen ist. In Wormeldange gibt es auch örtliche Weingüter, und die jährlichen Weinfeste zeigen, wie wichtig der Weinbau für die Menschen in der Region ist.

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Wormeldange, a wine town on the Moselle
Wormeldange, ein Weinort an der Mosel
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Nittel unter einer hellen Kalksteinwand

Der nächste Ort, der unsere Aufmerksamkeit weckte, war Nittel, ein kleines Weindorf auf der deutschen Moselseite. Über seinen Häusern erhebt sich eine eindrucksvolle Wand aus hellem Kalkstein, der Nitteler Fels. Sie hebt diesen Talabschnitt von den umliegenden Weinberghängen ab und zeigt zugleich, wie abwechslungsreich die Landschaften am Mosel-Radweg sind. Die Felsen bestehen aus Ablagerungen eines Meeres, das hier vor Millionen von Jahren lag, und gehören zu den markantesten geologischen Formationen an der deutschen Obermosel. In den nahen Weinbergen wird unter anderem Elbling angebaut, eine besonders mit der Obermosel verbundene Rebsorte. Auch Wanderwege führen an den Felshängen entlang und bieten Ausblicke von oben auf das Tal.

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Nitteler Fels, a wall of pale limestone
Nitteler Fels, eine Wand aus hellem Kalkstein
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Oberbillig - eine Pause mit Blick auf Luxemburg

Für eine längere Pause hielten wir in Oberbillig, einem kleinen deutschen Ort gegenüber dem luxemburgischen Wasserbillig, nahe der Mündung der Sauer in die Mosel. Wir fanden ein Restaurant mit einem Garten direkt am Wasser, dessen Tische im willkommenen Schatten ausladender Bäume standen. Dieser Schatten war ein Segen, denn unser Besuch Ende Juli fiel in eine außergewöhnlich heiße Zeit. An diesem Tag erreichten die Temperaturen an der Mosel 39 Grad Celsius. Von unserem Tisch sahen wir die bunten Häuser von Wasserbillig, die Kirchtürme und die Weinberge auf den Hügeln der luxemburgischen Seite. Eine kleine Personen- und Autofähre verbindet die beiden Orte und nimmt auch Fahrräder mit.

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Lunch break in Oberbillig
Mittagspause in Oberbillig
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Radwege am Fluss vor den Toren Triers

Auf den folgenden Kilometern wurde die Nähe zu Trier immer deutlicher. Die Radwege wurden breiter, erinnerten stellenweise an komfortable Alleen, und es tauchten mehr sportliche Fahrer auf Rennrädern auf. Die ruhige, fast gemächliche Atmosphäre der vorherigen Abschnitte wich allmählich dem lebhafteren Radverkehr im Umfeld einer größeren Stadt. Zum ersten Mal auf unserer Reise konnten wir auch erkennen, wie wichtig die Wege an der Mosel neben dem Tourismus für den örtlichen Alltagsverkehr und die Naherholung sind.

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Cycle path ahead of Trier
Radweg vor Trier
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Ein Hotel voller Fahrräder in Trier

Wir verbrachten drei Nächte in unserem Hotel in Trier. Die Zahl der Fahrräder in der Tiefgarage zeigte am deutlichsten, dass Trier der wichtigste Ausgangspunkt für Radreisen an der Mosel ist. Fast hundert Fahrräder standen im reservierten Bereich, etwa die Hälfte davon wartete auf Gäste eines großen Radreiseveranstalters. Das Hotel gehörte natürlich zum Bett+Bike-Netzwerk in Deutschland, dessen Unterkünfte auf die Bedürfnisse von Radreisenden eingestellt sind. Den Gästen standen sichere Fahrradabstellplätze, grundlegendes Werkzeug und eine Pumpe für kleine Reparaturen vor der nächsten Tagesetappe zur Verfügung. Wie alle Bett+Bike-Betriebe nahm es auch Gäste auf, die nur eine Nacht bleiben wollten.

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Underground bicycle parking at a hotel in Trier
Fahrradstellplätze in der Tiefgarage eines Hotels in Trier
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Triers römische Baudenkmäler, Palais und Museum

Den zusätzlichen Tag, den wir in Trier eingeplant hatten, widmeten wir ganz der Erkundung dieser bemerkenswerten Stadt. Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands. Ihre Ursprünge reichen in die Römerzeit zurück, als sie unter dem Namen Augusta Treverorum zum wichtigsten Zentrum des Römischen Reichs nördlich der Alpen wurde. Das bekannteste Baudenkmal ist die Porta Nigra, ein monumentales Stadttor aus dem zweiten Jahrhundert, das erstaunlich gut erhalten ist. In der Stadt gibt es außerdem die Reste dreier großer römischer Thermenanlagen, darunter die Kaiserthermen und die Barbarathermen, sowie ein Amphitheater, das rund 20.000 Zuschauer fassen konnte. Ein weiteres außergewöhnliches Bauwerk ist die Konstantinbasilika, eine ehemalige römische Palastaula, deren riesiger, fast schmuckloser Innenraum noch heute beeindruckt. All diese Stätten gehören zum UNESCO-Welterbe.

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Porta Nigra in Trier
Porta Nigra in Trier

Direkt neben der Konstantinbasilika steht das Kurfürstliche Palais, einst die Residenz der Erzbischöfe von Trier, die über Jahrhunderte zu den Kurfürsten des Heiligen Römischen Reichs gehörten. Besonders markant ist der südliche Rokokoflügel mit seiner reich verzierten rosa-weißen Fassade und dem eleganten Palastgarten. Einen ganz anderen Charakter haben die beiden wichtigsten Kirchen Triers, die im historischen Zentrum nebeneinanderstehen. Der Trierer Dom St. Peter ist der älteste Dom Deutschlands. Seine Ursprünge liegen im vierten Jahrhundert, auch wenn sein heutiges Aussehen von vielen späteren Umbauten geprägt ist. Die benachbarte Liebfrauenkirche zählt zu den frühesten Beispielen gotischer Architektur in Deutschland. Beide Kirchen gehören ebenfalls zum UNESCO-Welterbe und bilden eines der wertvollsten Ensembles sakraler Architektur des Landes.

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St Peter's Cathedral and the Church of Our Lady in Trier
Trierer Dom St. Peter und Liebfrauenkirche

Ein weiterer faszinierender Ort war das Rheinische Landesmuseum Trier, das eine der reichsten Sammlungen römischer Funde in Deutschland besitzt. Seine Bestände umfassen archäologische Funde aus Trier und der weiteren Region von der Vorgeschichte bis ins Mittelalter, doch die römischen Exponate beeindrucken am meisten. Dazu gehören monumentale Bodenmosaike, Skulpturen, Grabsteine, Alltagsgegenstände und der berühmte römische Goldschatz, einer der größten je entdeckten seiner Art. Besonders interessant ist die Sammlung steinerner Grabdenkmäler mit Reliefs, die Szenen aus dem Leben der Menschen in der ehemaligen Provinz zeigen. Ein Besuch hilft, die Bedeutung des römischen Trier zu verstehen, und ergänzt die in der Stadt erhaltenen Baudenkmäler.

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Market Square in Trier
Hauptmarkt in Trier
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Hinter Trier beginnen die großen Flussschleifen

Beim Verlassen von Trier fahren wir zunächst durch ein örtliches Industriegebiet. Doch kurz darauf beginnt der schönste Abschnitt des Mosel-Radwegs, der fast bis Koblenz reicht. Die Talhänge werden höher und steiler, und ausgedehnte Weinberge bedecken fast jedes für den Weinbau geeignete Stück Land. Die Mosel bildet immer malerischere Schleifen. Zwischen Fluss und Hängen erscheinen kleine Weinorte mit charakteristischen Häusern, Kirchen und Weingütern. Die Radwege verlaufen meist direkt am Wasser, sodass wir uns über viele Kilometer fast als Teil dieser malerischen Bilder fühlen.

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Cycling along the Mosel-Radweg in Germany
Unterwegs auf dem Mosel-Radweg in Deutschland
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Wem wir unterwegs auf der Route begegnen

Die Beliebtheit des Mosel-Radwegs und seine angenehm heitere Atmosphäre fallen uns schnell auf. An diesem Fluss gehört Radtourismus tatsächlich zum Alltag. Alleinreisende, Paare jeden Alters, Familien mit Kindern und Freundesgruppen radeln an der Mosel entlang. Viele fahren E-Bikes und legen die Kilometer ohne große Anstrengung zurück. Andere sind auf klassischen Reiserädern unterwegs, fast immer mit Packtaschen. Wir treffen auch Gäste organisierter Radreisen, bei denen Veranstalter Unterkünfte, Gepäcktransport und den Reiseverlauf bereitstellen. Diese Vielfalt schafft eine entspannte Urlaubsatmosphäre, in der Fahrräder ganz selbstverständlich zu den Orten gehören, durch die wir fahren. Trotz der Beliebtheit der Route verteilt sich der Radverkehr gleichmäßig und wird nie lästig.

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Moselle Cycle Route - Mosel-Radweg
Radreisende auf dem Mosel-Radweg
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Eine römische Villa oberhalb von Mehring

Eines der ersten Ziele, für das sich ein kurzer Abstecher vom Radweg am Fluss lohnt, sind die Überreste einer römischen Villa in Mehring. Dafür verlassen wir die Hauptroute und bewältigen einen kurzen Anstieg mit einigen Dutzend Höhenmetern. Die hier freigelegten Fundamente gehörten zu einem großen römischen Landgut aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Ein Teil des Gebäudes wurde rekonstruiert, sodass Besucher sich den früheren Wohnsitz vorstellen und die Lebensbedingungen seiner Bewohner kennenlernen können. Obwohl die Anlage historisch wertvoll ist und an die römische Vergangenheit des Moseltals erinnert, fanden wir sie etwas... enttäuschend. Nach den eindrucksvollen Baudenkmälern in Trier wirkten diese Reste eher bescheiden, auch wenn der kurze Abstecher selbst wenig Mühe kostet.

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A Roman villa above Mehring
Eine römische Villa oberhalb von Mehring
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Zwischen Rebenreihen statt direkt am Wasser

Über weite Teile der Reise bleibt der Mosel-Radweg fast unmittelbar am Fluss und verläuft auf komfortablen Radwegen parallel zu seinen Ufern. Der Blick aufs Wasser, vorbeifahrende Schiffe und Weinberge an den gegenüberliegenden Hängen begleitet uns beinahe ständig. Es gibt aber auch Stellen, an denen die Route die Mosel überraschend verlässt und fast rechtwinklig in ausgedehnte Weinberge abbiegt. Dann fahren wir zwischen Rebenreihen hindurch und durchqueren große Anbauflächen in den flacheren Teilen des Tals. Aus der Nähe lässt sich das Ausmaß der örtlichen Weinproduktion besser erfassen. Zugleich ist es eine angenehme Abwechslung zur Fahrt am Wasser, die die Weinlandschaft der Mosel aus einer anderen Perspektive zeigt.

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Cycling between rows of vines
Mit dem Fahrrad zwischen Rebenreihen
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Auf der ehemaligen Trasse der Moselbahn

Hinter Leiwen erreicht der Mosel-Radweg einen von zwei Radwegabschnitten auf einer ehemaligen Bahntrasse. Die historische Moselbahn verband Trier mit Bullay und war rund 102 Kilometer lang. Radreisende nutzen heute aber nur zwei kurze Teile ihres früheren Verlaufs: 3,8 Kilometer zwischen Leiwen und Neumagen-Dhron sowie einen etwas kürzeren Abschnitt zwischen Kindel und Wolf. Der größte Teil der Strecke ließ sich nicht wiederverwenden, weil Teile der früheren Trasse überbaut, zu Straßen umgewandelt oder in Privatgrundstücke einbezogen wurden. Außerdem verließ die Bahn häufig das Flussufer und führte durch Orte und über Flächen oberhalb der heutigen Radroute. Die erhaltenen Abschnitte bereichern die Fahrt dennoch und erinnern an die Zeit, als die Bahn zu den wichtigsten Verkehrsmitteln im Tal gehörte.

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A cycle path along the former Moselbahn railway line
Ein Radweg auf der ehemaligen Trasse der Moselbahn
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Ein Weinbahnhof gegenüber von Trittenheim

Zwischen Leiwen und Neumagen-Dhron lohnt sich ein Blick auf eines der erhaltenen Gebäude der früheren Moselbahn: einen schön restaurierten Bahnhof, der heute als Weinbar dient, ein sogenannter "Weinbahnhof". Die alte Bahninfrastruktur hat hier eine völlig neue Nutzung erhalten, die Verkehrsgeschichte mit den Weintraditionen der Region verbindet. Wo einst Reisende und Bahnbedienstete unterwegs waren, lässt sich heute bei einem Glas Wein aus der Region eine Radpause einlegen. Das ist ein besonders gelungenes Beispiel dafür, wie sich Bahnerbe neu nutzen lässt, ohne den historischen Charakter eines Gebäudes zu verlieren. Zugleich erhält es eine neue touristische Aufgabe. Zusammen mit dem Radweg auf der früheren Trasse erinnert der Bahnhof auf stimmige Weise an mehr als ein Jahrhundert des Reisens an der Mosel.

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Former railway station on the Moselbahn line
Ehemaliger Bahnhof der Moselbahn
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Neumagen-Dhron - Römerschiff und Hochwassermarken

Dieser Bahntrassenabschnitt endet in Neumagen-Dhron, einem der ältesten Weinorte Deutschlands mit einer Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Das markanteste Zeugnis dieser Epoche ist eine im Ort entdeckte Steinskulptur eines römischen Weintransportschiffs. Das Original befindet sich heute im Museum in Trier. In Neumagen-Dhron stehen eine Kopie der Skulptur und ein Nachbau des hölzernen Schiffs in Originalgröße. Sie erinnern an die frühere Bedeutung der Mosel als Handelsweg und die jahrhundertealten Weintraditionen der Region. Für uns war Neumagen-Dhron auch ein guter Ort für eine Pause - wir kehrten zum Mittagessen in einem Restaurant mit Blick auf einen kleinen Yachthafen ein.

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A sculpture of a wine transport ship in Neumagen-Dhron
Steinskulptur eines römischen Weinschiffs in Neumagen-Dhron

Die lange Geschichte von Neumagen-Dhron zeigt sich in den römischen Denkmälern und in Spuren deutlich jüngerer Ereignisse, die viel über das Leben in den Orten am Fluss erzählen. An der Wand eines Gebäudes in der Spielesgasse markieren Hochwassermarken die Wasserstände verschiedener Überschwemmungen. Besonders auffällig ist eine Tafel zum Hochwasser vom Dezember 1993, die überraschend hoch über den Köpfen der Passanten hängt. Darunter befinden sich Marken vom Januar 1995 und aus anderen Zeiten, in denen die Mosel anschwoll. Es ist kaum vorstellbar, dass der friedliche Fluss, an dem wir so gern entlangradeln, einmal einen solchen Pegel erreicht haben kann.

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Historical water level markers in Neumagen-Dhron
Historische Hochwassermarken in Neumagen-Dhron
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Piesport - römische Kelteranlage und Moselloreley

Hinter Neumagen-Dhron kehren wir zu den langen Rebenreihen zurück und erreichen einen der am schönsten gelegenen Orte an der Mosel - Piesport. Aus der Perspektive von Radreisenden ist die Lage seine größte Attraktion: eine weite Flussschleife, offene Blicke über das Tal und fast durchgehende Weinberge. Der Fluss umschließt eine Halbinsel mit den Häusern des Ortes und ausgedehnten Rebflächen, während am gegenüberliegenden Ufer steile Weinberghänge aufragen. Dort liegt die berühmte Weinlage Piesporter Goldtröpfchen, deren Name wörtlich kleine goldene Tropfen bedeutet und zu den bekanntesten der Region gehört. Angebaut wird hier vor allem Riesling, der von den Südhängen und Schieferböden profitiert. Ins Auge fällt auch die Straße am Talhang, deren enge Serpentinen an Alpenpässe erinnern.

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The picturesque Moselle Valley near Piesport
Das malerische Moseltal bei Piesport

Der Weinbau in Piesport blickt auf fast zweitausend Jahre Geschichte zurück. Sein wertvollstes Zeugnis ist die 1985 entdeckte römische Kelteranlage. Der am Fuß der Weinlage Goldtröpfchen freigelegte Komplex war 44 Meter lang und 20 Meter breit und damit die größte nördlich der Alpen entdeckte römische Anlage dieser Art. Bis zu 130 Menschen arbeiteten hier in der Antike und verarbeiteten große Mengen von Trauben von den umliegenden Hängen. Teile der Anlage wurden rekonstruiert und zeigen, wie vor vielen Jahrhunderten Wein hergestellt wurde. Interessant ist, dass die alte Kelter beim Römischen Kelterfest im Herbst erneut zum Pressen von Trauben genutzt wird. Das ist ein bemerkenswertes Beispiel für die Kontinuität des Weinbaus an der Mosel, denn die heutigen Weinberge liegen auf denselben Hängen, die schon die Römer bewirtschafteten.

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The Moselle Cycle Route in Piesport
Der Mosel-Radweg in Piesport

Bei Piesport fällt außerdem die Moselloreley auf - eine mächtige Felsformation, die am linken Moselufer gegenüber dem Ortsteil Reinsport fast senkrecht aufragt. Ihr Name verweist auf den berühmten Loreleyfelsen am Rhein, und ihre steile Wand hebt sich deutlich von den umliegenden Weinbergen ab. Früher wurden hier Kupfer- und Bleierze abgebaut. Im Zweiten Weltkrieg suchten die Menschen aus der Umgebung in den verlassenen Stollen Schutz vor Luftangriffen. Heute leben dort Fledermäuse. Trotz des schwierigen Geländes werden an den Hängen der Moselloreley weiterhin Reben angebaut, und die geernteten Trauben gelangen per Boot ans gegenüberliegende Ufer. Die Felsen reichen unmittelbar bis ans Wasser und lassen keinen Platz für einen Uferweg. Deshalb betrachtet man diesen Talabschnitt am besten von der anderen Moselseite.

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Moselloreley in Piesport
Moselloreley in Piesport
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Reifende Trauben direkt neben dem Radweg

Als wir Ende Juli und Anfang August an der Mosel unterwegs waren, begann in den Weinbergen die Traubenreife. An vielen Reben hingen bunte Trauben mit grünen, violetten und dunkelblauen Beeren, die gerade ihre endgültige Farbe entwickelten. Diese natürliche Reifephase heißt Véraison. Dabei werden die Früchte weicher, lagern Zucker ein und verändern ihre Farbe. Obwohl die Mosel vor allem mit hellen Rieslingtrauben verbunden wird, werden hier auch dunkle Sorten angebaut, darunter Spätburgunder, auch Pinot Noir genannt. An der Mosel wachsen Reben oft direkt neben dem Weg, sodass sich ihre Entwicklung leicht aus der Nähe beobachten lässt.

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Grapevines in the Moselle Valley
Reifende Trauben im Moseltal
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Schloss Lieser - ein Schloss am anderen Ufer

Ein weiterer Blickfang beim Radfahren an der Mosel ist Schloss Lieser, ein eindrucksvoller Bau fast direkt am Fluss. Sein markanter Umriss mit Türmchen, verzierten Giebeln und einer reich geschmückten Fassade ist vom Radweg am rechten Moselufer deutlich zu sehen. Es lohnt sich, die nahe Brücke zu überqueren und zum Gebäude zu fahren, um die architektonischen Details näher anzusehen. Das Schloss entstand Ende des 19. Jahrhunderts als repräsentativer Wohnsitz der wohlhabenden Industriellenfamilie Puricelli im Stil des deutschen Historismus. Nach Jahren der Vernachlässigung wurde es sorgfältig restauriert und beherbergt heute ein Luxushotel. In seiner Blütezeit gehörte auch Kaiser Wilhelm II. zu den Gästen, was die hohe gesellschaftliche Stellung der früheren Eigentümer zeigt.

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Schloss Lieser on the Moselle
Schloss Lieser an der Mosel
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Bernkastel-Kues - Fachwerkhäuser und der berühmte Doctor

Bernkastel-Kues, das wir gegen Ende des Tages erreichten, gehört zu den bekanntesten und meistbesuchten Orten an der Mosel. Es besteht aus zwei historischen Teilen an gegenüberliegenden Ufern. Eine Brücke verbindet sie und bietet schöne Ausblicke auf die Häuser, Weinberge und die Ruine der Burg Landshut über dem Tal. Die größte Attraktion von Bernkastel ist jedoch die kleine Altstadt, die sich hinter der ersten Häuserreihe am Ufer verbirgt. Wer die Hauptstraße verlässt und die Seitengassen erkundet, erreicht einen winzigen Marktplatz, einen der malerischsten im gesamten Moseltal. Ihn umgeben schmale, mehrere hundert Jahre alte Fachwerkhäuser mit Holzbalken, dekorativen Details und Obergeschossen, die über das Erdgeschoss hinausragen. Fast sieht es aus wie die Kulisse eines historischen Films, doch die alten Gebäude beherbergen weiterhin Restaurants, Cafés und Geschäfte.

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The picturesque market square in Bernkastel-Kues
Der malerische Marktplatz in Bernkastel-Kues

Besonders fällt das Spitzhäuschen auf, eines der Wahrzeichen von Bernkastel-Kues, das gelegentlich mit einem Lebkuchenhaus oder einem Zuckerwürfel verglichen wird. Das außergewöhnlich schmale Gebäude aus dem frühen 15. Jahrhundert steht in einer Ecke des Platzes. Über seinem winzigen Erdgeschoss erheben sich deutlich breitere, von einem Fachwerk getragene Obergeschosse. Seine Proportionen wirken fast unmöglich, und doch steht es hier seit mehr als sechshundert Jahren. In der Nähe befinden sich das Renaissance-Rathaus aus dem frühen 17. Jahrhundert und die reich verzierten Fassaden der Nachbarhäuser. Bernkastel-Kues erkundet man am besten zu Fuß. Das Fahrrad bleibt außerhalb der engsten Gassen, und man nimmt sich Zeit für die architektonischen Details und den überschaubaren Maßstab des historischen Zentrums, das vom Radweg am Fluss aus fast unsichtbar ist.

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Spitzhäuschen in Bernkastel-Kues
Spitzhäuschen in Bernkastel-Kues

Über dem Marktplatz von Bernkastel liegt einer der berühmtesten und angesehensten Weinberge der Mosel - der Bernkasteler Doctor. Er umfasst nur rund 3,25 Hektar an einem steilen Hang direkt oberhalb der historischen Altstadthäuser. Angebaut wird hier vor allem Riesling, aus dem einige der am höchsten geschätzten und teuersten Weine Deutschlands entstehen. Der Name der Lage geht auf eine Legende über Boemund II., den Erzbischof von Trier, zurück. Er soll nach dem Genuss des örtlichen Weins von einer Krankheit genesen sein. Aus Dank für diese wundersame Heilung verlieh er ihm den bis heute erhaltenen Namen Doctor. Die kleine Fläche, die günstige Sonneneinstrahlung und die charakteristischen Schieferböden machen den Bernkasteler Doctor zu einem der bekanntesten Beispiele für die besondere Bedeutung einzelner Weinlagen im deutschen Weinbau.

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Panoramic view of Bernkastel-Kues on the Moselle
Panorama von Bernkastel-Kues an der Mosel
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Mit dem RadBus die benachbarten Radrouten entdecken

In Bernkastel-Kues bemerkten wir auch einen Bus mit einem Anhänger zum Transport von Fahrrädern. Es war der RadBus Maare-Mosel der Linie 300, der das Moseltal mit der deutlich höher gelegenen Eifel verbindet. Er fährt zwischen Bernkastel-Kues und Daun. So können Radreisende anstrengende Anstiege vermeiden und ihre Fahrt auf den Höhen beginnen. Der Anhänger bietet Platz für bis zu 17 Fahrräder, und es gibt über den Tag verteilte Verbindungen. Auf einer ähnlichen Strecke verkehrt auch die Expresslinie 555 mit Fahrradanhänger. Beide sind besonders für alle nützlich, die den Maare-Mosel-Radweg fahren möchten. Er führt von der Eifel in Richtung Moseltal und verläuft teilweise auf einer ehemaligen Bahntrasse. Diese Busse gehören zu einem größeren Netz für Radreisende in Rheinland-Pfalz. Mehr als 20 RadBus-Linien erschließen das Moseltal, die Eifel, den Hunsrück sowie das Ahr- und Ruwertal.

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RadBus Maare-Mosel, route 300
RadBus Maare-Mosel, Linie 300
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Unterkünfte an der Mosel frühzeitig buchen

In dieser Nacht übernachteten wir in der wohl häufigsten Unterkunftsart der Region - einer kleinen, offenbar familiengeführten Pension in Graach an der Mosel, nahe Bernkastel-Kues. Im Erdgeschoss gibt es ein Restaurant, daneben eine Garage zum Abstellen der Fahrräder, wie bei vielen Unterkünften vor Ort üblich. Hier ist ein guter Moment, um darauf hinzuweisen, wie wichtig eine frühzeitige Planung der Moselreise ist. Die Region ist ein beliebtes europäisches Radreiseziel. Im Sommer konkurrieren Radreisende um freie Zimmer mit Gästen, die zur Erholung, zum Besichtigen oder zur Weinprobe kommen. Deshalb lohnt es sich, Unterkünfte mehrere Monate im Voraus zu buchen, besonders in bekannten Orten wie Bernkastel-Kues, Traben-Trarbach und Cochem. Wer früh bucht, findet auch günstigere Preise und eine größere Auswahl an Unterkünften mit sicheren Fahrradstellplätzen, die Gäste für eine Nacht aufnehmen.

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A guesthouse in Graach an der Mosel
Eine Pension in Graach an der Mosel
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Eine historische Kelter versteckt in Erden

Unterwegs an der Mosel lohnt es sich, gelegentlich die Hauptroute zu verlassen und den parallel verlaufenden Straßen durch die kleinen Orte daneben zu folgen. Solche kurzen Abstecher führen zu interessanten Plätzen, die vom Uferweg aus nicht zu entdecken sind. Ein gutes Beispiel ist Erden mit seiner Alten Baumkelter, einer historischen hölzernen Weinpresse. Ihr wichtigster Bestandteil ist ein riesiger Balken, der mithilfe der Hebelwirkung die Trauben presste und den Saft für die Weinherstellung gewann. Solche Geräte gehörten jahrhundertelang zur üblichen Ausstattung von Weingütern, bevor modernere Pressen sie ersetzten. Das erhaltene Exemplar in Erden erinnert an die frühere Mühe bei der Verarbeitung der Trauben und zeigt, wie tief die Weintraditionen im Alltag des Moseltals verwurzelt sind.

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The historic wine press in Erden
Die versteckte historische Kelter in Erden
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Schieferböden in den Weinbergen bei Wolf

Kurz vor dem kleinen Ort Wolf fällt uns ein besonderer Anblick auf - der Boden um die Reben neben dem Radweg ist fast vollständig mit kleinen Schieferstücken bedeckt. Das ist typisch für die Weinlandschaft der Mosel, in der Schieferböden eine wichtige Rolle beim Weinbau spielen, besonders beim Riesling. Die dunklen Steine erwärmen sich tagsüber und speichern Sonnenenergie. Später geben sie die Wärme langsam ab und mildern so den Temperaturabfall nach Sonnenuntergang. Eine Schicht aus Schieferstücken kann auch die Verdunstung von Wasser aus dem Boden verringern und ihn bei starkem Regen vor Erosion schützen. An vielen Stellen gehört Schiefer natürlicherweise zum Untergrund, doch Winzer verteilen ihn manchmal auch dort, wo er nicht von selbst vorkommt. Neben dem Weg nach Wolf lässt sich das aus der Nähe betrachten, ohne die steilen Talhänge hinaufsteigen zu müssen.

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Slate soils in the vineyards near Wolf
Schieferböden in den Weinbergen bei Wolf
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Traben-Trarbach - Brückentor und Jugendstilvillen

Wir erreichen Traben-Trarbach über die markanteste Brücke der Mosel. Ihr verziertes Tor sieht fast wie ein Teil einer mittelalterlichen Burg aus. Es handelt sich um das Brückentor, das Anfang des 20. Jahrhunderts nach einem Entwurf des Berliner Architekten Bruno Möhring entstand, eines Vertreters des deutschen Jugendstils. Zwei Rundtürme mit Kegeldächern und eine reich geschmückte Fassade bilden einen monumentalen Zugang zur Brücke, die die historischen Stadtteile verbindet. Interessanterweise wurde die Brücke selbst im Zweiten Weltkrieg zerstört und später wiederaufgebaut, während das markante Tor erhalten blieb. Heute beherbergt es ein Restaurant. Die Fahrt unter seinem weiten Bogen gehört zu den unverwechselbaren Momenten auf dem Mosel-Radweg. Aussichtsplattformen auf der Brücke bieten zudem gute Blicke auf die Bebauung beider Ufer und die Weinberge rund um die Stadt.

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The bridge gate in Traben-Trarbach
Das Brückentor in Traben-Trarbach

Jenseits der Brücke erinnern stattliche Gebäude an die wirtschaftliche Blütezeit von Traben-Trarbach. Um die Wende zum 20. Jahrhundert gehörte die Stadt zu den wichtigsten Weinhandelszentren Europas und lag nach häufig wiederholten Angaben beim Weinexport nur hinter Bordeaux. Wohlhabende Händler und Weingutbesitzer ließen hier eindrucksvolle Villen, Hotels und Geschäftshäuser errichten, oft im damals modernen Jugendstil. Der bereits erwähnte Bruno Möhring gehörte zu den Architekten, die das Stadtbild besonders stark prägten. Seine Entwürfe zeichnen sich durch dekorative Fassaden, markante Dächer und die Verbindung verschiedener Baumaterialien aus. Dadurch hat Traben-Trarbach einen ganz anderen Charakter als die kleinen Weinorte, die wir zuvor an der Mosel durchquert haben.

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Panoramic view of Traben-Trarbach on the Moselle
Panorama von Traben-Trarbach an der Mosel
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Einschienenbahnen an den steilen Weinberghängen

Hinter Traben-Trarbach werden manche Hänge des Moseltals so steil, dass kaum vorstellbar ist, wie dort regelmäßig Reben bewirtschaftet werden können. In einigen Weinbergen liegt die Steigung über 60 Prozent, sodass der Einsatz herkömmlicher Landmaschinen fast unmöglich ist. Das erklärt die charakteristischen Einschienenbahnen, die sogenannten Monorackbahnen, deren schmale Schienen zwischen den Rebenreihen bergauf führen. Diese unscheinbaren Anlagen gehören zu den interessanteren Beispielen für Technik, die an die außergewöhnlich schwierigen Bedingungen des Moselweinbaus angepasst ist. Kleine Fahrzeuge auf einer einzigen Schiene transportieren Arbeitskräfte, Werkzeuge, Kisten und geerntete Trauben. Sie verringern den Aufwand beim Transport schwerer Lasten über die steilen Hänge erheblich, auch wenn die Pflege der Reben und ein großer Teil der Lese weiterhin Handarbeit erfordern.

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A monorail on the steep vineyard slopes
Eine Einschienenbahn an steilen Weinberghängen
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Pünderich - Viaduktbögen und Blicke zur Marienburg

Eines der markantesten Bauwerke auf dem nächsten Abschnitt des Mosel-Radwegs ist das eindrucksvolle Eisenbahnviadukt bei Pünderich, das an der gegenüberliegenden Talseite entlangführt. Der Pündericher Hangviadukt ist rund 786 Meter lang und besteht aus 92 Bögen. Vor den mit Reben bedeckten Hügeln wirkt die Konstruktion besonders auffällig. Er entstand in den 1870er-Jahren als Teil der Bahnverbindung zwischen Koblenz und Trier und wird bis heute genutzt. Vom Radweg aus ist die Reihe der Steinbögen gut zu erkennen, die sich fast einen Kilometer durch die Weinlandschaft zieht.

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The long railway viaduct near Pünderich
Das lange Eisenbahnviadukt bei Pünderich

In Pünderich folgt das Leben weiterhin dem Rhythmus des Flusses und der umliegenden Weinberge. Viele traditionelle Fachwerkhäuser, schmale Gassen und alte Weingüter sind erhalten geblieben. Der Ort wirkt deutlich ruhiger als das beliebte Bernkastel-Kues oder Traben-Trarbach. Zu seinen Besonderheiten gehört eine kleine Fähre, die Fußgänger und Radreisende ans gegenüberliegende Moselufer bringt. Die Überfahrt erspart einen Umweg zur nächsten Brücke und erinnert an die Zeit, als Fähren die wichtigste Möglichkeit waren, den Fluss zu überqueren. Vom Ufer in Pünderich eröffnen sich schöne Blicke auf die steilen Weinberge und die Gebäude der Marienburg hoch über der anderen Flussseite.

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Ferry on the Moselle in Pünderich
Moselfähre in Pünderich
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Marienburg über der großen Moselschleife Zeller Hamm

Die Marienburg liegt außergewöhnlich auf einem schmalen Höhenrücken, um den die Mosel die große Schleife Zeller Hamm bildet. Ihre Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück, als hier ein Augustinerinnenkloster gegründet wurde, das später zu einem kirchlich genutzten Gebäudekomplex umgestaltet wurde. Heute ist die Kirche das markanteste Gebäude. Ihre hellen Mauern und ihr Turm sind vom Tal aus deutlich zu sehen. Am bekanntesten ist die Marienburg für ihre Lage - von der Umgebung der Gebäude aus sieht man die Mosel auf beiden Seiten des Hügels sowie ausgedehnte Weinberge und Orte am Fluss. Sie ist einer der bekanntesten Aussichtspunkte der Region, auch wenn man dafür den Radweg am Ufer verlassen und einen spürbaren Anstieg bewältigen muss.

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The Marienburg complex from above
Die Marienburg aus der Vogelperspektive

Der Zeller Hamm gehört zu den eindrucksvollsten Abschnitten des gesamten Mosel-Radwegs. Hier verläuft der Radweg fast auf Höhe des Wasserspiegels direkt am Fluss, der in einem weiten Bogen den Hügel mit der Marienburg umfließt. Mehrere Kilometer fahren wir durch eine bemerkenswerte Landschaft und betrachten steile Weinberghänge, kleine Orte am anderen Moselufer und Schiffe, die langsam um die Flussbiegungen fahren. Besonders beeindrucken die Weite des Tals und der Verlauf des Flusses um die mit Reben bedeckte Halbinsel. Vom Fahrrad aus lässt sich die vollständige Form der Schleife, die man von Aufnahmen nahe der Marienburg kennt, nur schwer erkennen. Dafür bietet die Fahrt unmittelbar am Wasser ein ganz anderes Erleben dieser Landschaft.

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The cycle path along the Zeller Hamm bend
Der Radweg entlang der Moselschleife Zeller Hamm
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Zell - eine schwarze Katze und eine Weinprobe

In Zell an der Mosel halten wir bei einem Weingut am Ortsrand, um den örtlichen Wein zu probieren. Wir wählen einen Tisch mit Blick auf den Fluss und bestellen zwei Gläser Weißwein, der in dieser Umgebung besonders gut schmeckt. Zell ist vor allem für die Zeller Schwarze Katz bekannt, einen Wein, dessen Name mit einer örtlichen Legende aus dem 19. Jahrhundert verbunden ist. Der Geschichte nach sprang eine Katze auf eines der zum Verkauf bereitstehenden Fässer und verteidigte es heftig. Die Händler sahen darin ein Zeichen, dass dieses Fass den besten Wein enthielt. Die Geschichte wurde schnell bekannt, und die schwarze Katze erschien auf Etiketten und Schildern der Weingüter. Zum Abschluss bestellen wir ein Glas Erdbeerwein, eine angenehme Abwechslung zum Riesling, der an der Mosel überall zu finden ist.

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Wine tasting in Zell on the Moselle
Weinprobe in Zell an der Mosel

Zell gehört zu den größeren Weinorten im mittleren Moseltal und blickt auf eine Geschichte bis in die Römerzeit zurück. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einer bedeutenden Handelsstadt. Teile der alten Befestigung sind erhalten geblieben, darunter die markanten Türme. Das historische Zentrum liegt auf einem schmalen Streifen zwischen dem Fluss und den steilen Hängen, sodass sich die Bebauung am Ufer entlangzieht. Über eine Fußgängerbrücke im Zentrum führt die Route ans andere Ufer. Dabei sehen wir die Altstadt und die Weinberge, die über ihren Dächern aufragen.

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Zell in the middle Moselle Valley
Zell im mittleren Moseltal
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Bullays Doppelstockbrücke für Bahn und Straßenverkehr

Hinter Zell erreichen wir Bullay. Hier überspannt eine der ungewöhnlichsten Brücken der Route die Mosel - die Doppelstockbrücke mit ihren zwei übereinanderliegenden Verkehrsebenen. Auf der oberen Ebene fährt die Bahn, auf der unteren der Straßenverkehr. Die Stahlkonstruktion auf massiven Pfeilern ist ein interessantes Beispiel für die Eisenbahningenieurskunst des 19. Jahrhunderts, angepasst an das anspruchsvolle Gelände des Moseltals. Sie entstand 1877-1878 als Teil der Moselstrecke zwischen Koblenz und Trier und war das erste Bauwerk dieser Art in Deutschland. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde sie zerstört, anschließend wiederaufgebaut und 1947 erneut eröffnet.

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The double-deck road and railway bridge in Bullay
Die Doppelstockbrücke für Bahn und Straßenverkehr in Bullay
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Bremm, Klosterruine Stuben und der steile Calmont

Bremm ist ein kleiner Ort mit einer langen Geschichte, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Über Jahrhunderte war das Leben seiner Bewohner eng mit dem Weinbau verbunden, und die Weintraditionen bleiben ein wichtiger Teil der örtlichen Identität. Zu den historischen Gebäuden gehören Fachwerkhäuser, frühere Weingüter und schmale Gassen, die an die Vergangenheit des Ortes erinnern. Eines der interessantesten Baudenkmäler der Umgebung ist die Klosterruine Stuben auf der gegenüberliegenden Seite der Moselschleife. Das Augustinerinnenkloster wurde im 12. Jahrhundert gegründet. Teile seiner gotischen Kirche sind bis heute erhalten. Die malerische Ruine zwischen Weinbergen gehört zu den bekanntesten historischen Sehenswürdigkeiten dieses Talabschnitts.

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The ruins of Stuben Monastery below Calmont in Bremm
Die Ruine des Klosters Stuben bei Bremm

In der Nähe erhebt sich der Calmont über der Mosel, der als steilster Weinberg Europas gilt. Seine Hangneigung erreicht stellenweise rund 65 Grad, was den Weinbau außergewöhnlich anspruchsvoll macht und große Sorgfalt erfordert. Auf diesen steilen Hängen wird vor allem Riesling angebaut. Die Winzer nutzen schmale Wege, Terrassen und besondere Transportbahnen, um Werkzeuge und geerntete Trauben zu bewegen. Über den Hang führt auch der Calmont-Klettersteig, ein anspruchsvoller Wanderweg, der stellenweise mit Stahlseilen und Leitern ausgestattet ist und eine ganz andere Perspektive auf die Weinberge eröffnet. Von oben bietet sich einer der bekanntesten Ausblicke auf die Moselschleife Bremmer Hamm, der oft auf Werbefotos für das Moseltal zu sehen ist.

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Calmont - the steepest vineyard in Europe
Calmont - der steilste Weinberg Europas
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Das natürliche Amphitheater des Tals gegenüber Briedern

Hinter Bremm führt uns die Mosel um eine weitere weite Schleife, unterhalb der Weinberge des Rüberberger Domherrenbergs gegenüber von Briedern. Hier bildet der Fluss einen breiten, fast gleichmäßigen Bogen. Der hohe, mächtige Talhang erinnert an die Tribünen eines riesigen Fußballstadions, in dem der Fluss den Platz des Spielfelds einnimmt. Lange fahren wir an demselben Hang entlang und beobachten, wie ein Weinberg nach dem anderen langsam vorbeizieht. Auf der anderen Flussseite liegen die Häuser von Briedern, einem kleinen Weinort, dessen Geschichte ebenfalls bis ins Mittelalter zurückreicht.

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A vineyard like the stands of a huge stadium
Ein Weinberg wie die Tribünen eines riesigen Stadions
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Was die riesigen Schriftzüge in den Weinbergen bedeuten

Beim Blick auf die Weinberge an der Mosel sind die riesigen Schriftzüge direkt an den Hängen kaum zu übersehen. Sie sind schon aus großer Entfernung sichtbar. Die meisten nennen die in Deutschland als Weinlagen bezeichneten Anbauflächen, etwa Piesporter Goldtröpfchen, Wehlener Sonnenuhr, Ürziger Würzgarten und Bremmer Calmont. Diese Namen bezeichnen bestimmte Flächen, die mehrere Erzeuger nutzen, und keine einzelnen Betriebe, die Weingüter heißen. Die Namen der Lagen erscheinen später auf den Weinetiketten und geben an, wo die Trauben gewachsen sind. Nicht jeder Schriftzug hat jedoch diese Bedeutung - an den Hängen stehen auch Ortsnamen, Symbole und Sprüche zu örtlichen Weintraditionen. Sie helfen dabei, die vorbeiziehenden Weinberge zu erkennen und mit Weinen zu verbinden, die sich in den nahen Orten probieren lassen.

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Huge vineyard signs on the slopes
Riesige Schriftzüge an den Weinberghängen
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Beilstein unter der Ruine der Burg Metternich

Bald darauf erscheint am gegenüberliegenden rechten Moselufer Beilstein, einer der romantischsten kleinen Orte des gesamten Tals. Er hat einen fast mittelalterlichen Grundriss mit schmalen gepflasterten Gassen, Fachwerkhäusern und einem kleinen, von historischen Gebäuden umgebenen Marktplatz bewahrt. Sein malerischer Charakter brachte ihm den Beinamen "Dornröschen der Mosel" ein, und seine Häuser dienten häufig als Filmkulisse. Über den Dächern erhebt sich die Ruine der Burg Metternich aus dem 13. Jahrhundert. Französische Truppen zerstörten die Festung 1689, und sie erlangte ihre frühere Bedeutung nie zurück. Nach Beilstein gelangt man mit einer Fähre, die auch Fahrräder mitnimmt. Anschließend lässt sich der Ort zu Fuß erkunden und der Burgturm für Ausblicke auf die Mosel und die umliegenden Weinberge besteigen.

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The ruins of Metternich Castle in Beilstein
Die Ruine der Burg Metternich in Beilstein 
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Cochem - eine romantische Burg über der Altstadt

Unser nächster Halt ist das schöne Cochem, einer der bekanntesten und meistbesuchten Orte an der Mosel. Hier entstand eines der schönsten Bilder, die uns von der gesamten Reise in Erinnerung geblieben sind. Über der Stadt steht die Reichsburg Cochem, eine monumentale Burg auf einem Hügel rund 100 Meter über dem Fluss. Ihre Ursprünge reichen ins 11. Jahrhundert zurück, als sie eine wichtige Verteidigungsanlage war und die Schifffahrt auf der Mosel kontrollierte. Im Jahr 1689 zerstörten französische Truppen sie im Pfälzischen Erbfolgekrieg. Danach blieb sie fast zwei Jahrhunderte eine Ruine. Im 19. Jahrhundert kaufte der Berliner Unternehmer Louis Ravené die Überreste und ließ die Burg im romantischen neugotischen Stil wiederaufbauen, nach den damaligen Vorstellungen mittelalterlicher Burgen. Die heutige Reichsburg ist daher weitgehend ein Werk von Architekten des 19. Jahrhunderts und keine originalgetreue Rekonstruktion der ursprünglichen Festung. Bei Führungen lassen sich die reich ausgestatteten Innenräume und die Geschichte ihrer wechselnden Besitzer kennenlernen.

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The Moselle Cycle Route in Cochem
Der Mosel-Radweg in Cochem

Unterhalb des Burgbergs erstreckt sich das historische Zentrum von Cochem mit engen Gassen, bunten Fachwerkhäusern und einem kleinen Marktplatz. Sein markantestes Gebäude ist das barocke Rathaus aus dem 18. Jahrhundert. Die Häuser rund um den Platz bilden eines der bekanntesten Motive der Mosel. Beachtenswert sind auch die erhaltenen Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer und alte Tore, darunter das Enderttor. Sie erinnern an die Zeit, als Cochem befestigt war. Eine weitere ungewöhnliche Sehenswürdigkeit ist der Bundesbank-Bunker, ein ehemals geheimer Bunker der Zentralbank Deutschlands. Hier lagerten im Kalten Krieg Reservebanknoten für den Fall einer Wirtschaftskrise. Heute ist er für Besucher geöffnet. Cochem gehört auch zu den wichtigsten touristischen Zentren der Mosel. Deshalb ziehen seine Straßen, Restaurants und die Uferpromenade besonders im Sommer deutlich mehr Besucher an als die kleineren Orte an der Route.

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The market square in Cochem
Der Marktplatz in Cochem
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Ein weniger sicherer Abschnitt hinter Cochem

Wenige Minuten nach dem Verlassen von Cochem treffen wir auf eine Lösung, die uns erstmals überrascht, weil sie sich so stark von den bisher komfortablen Bedingungen auf dem Mosel-Radweg unterscheidet. Es handelt sich um einen Zweirichtungsradweg direkt neben der Straße, ohne bauliche Trennung von den schnell fahrenden Autos daneben. In einer Situation wie auf dem Foto, in der auf engem Raum Autos in beiden Richtungen auf Radfahrende treffen, die sowohl mit als auch entgegen der Fahrtrichtung des benachbarten Autoverkehrs unterwegs sind, fällt es schwer, sich wohl oder vollkommen sicher zu fühlen. An mehreren Stellen stehen außerdem Warnkegel, die die nutzbare Breite für den Radverkehr weiter verringern. Vielleicht ist es nur eine vorübergehende Lösung, doch gegenüber dem hohen Standard der übrigen Route fällt sie deutlich ab.

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A less safe section beyond Cochem
Ein weniger sicherer Abschnitt hinter Cochem
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Eine schwimmende Bar mit Blick auf Bischofstein

Eine Getränkepause in einer recht ungewöhnlichen Bar sorgt für eine angenehme Unterbrechung der Fahrt an der Mosel. Statt eines klassischen Gartens am Ufer finden wir ein schwimmendes Lokal auf einem hölzernen Lastkahn, mit Dachterrasse, Sonnenschirmen und einem kleinen Motorboothafen. Wir setzen uns mit Blick auf die Mosel, auf der von Zeit zu Zeit Boote und Schiffe vorbeifahren. Auf der anderen Flussseite steht an einem steilen Felshang die Burg Bischofstein, eine mittelalterliche Burg mit einem markanten Rundturm. Sie entstand im 13. Jahrhundert, wurde 1689 von französischen Truppen zerstört und in den 1930er-Jahren wiederaufgebaut. Heute dient die Burg als Freizeitheim und ist nicht regulär zu besichtigen.

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A floating bar on the Moselle
Eine schwimmende Bar auf der Mosel
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Hatzenport - eine Kirche zwischen Terrassenweinbergen

Wir wechseln die Flussseite und sehen bald Hatzenport am gegenüberliegenden Ufer - einen weiteren kleinen Weinort, dessen Häuser sich an der Mosel entlangziehen. Sein markantestes Baudenkmal ist die alte Kirche St. Johann, die etwas oberhalb des Ortszentrums am Hang zwischen Weinbergen steht. Ihr schlanker Turm hebt sich deutlich von den umliegenden Rebenreihen ab und bildet eines der bekanntesten Motive dieses Talabschnitts. Hatzenport ist auch für seine Terrassenweinberge bekannt, besonders für den Hatzenporter Stolzenberg. An den steilen Hängen sind Stützmauern der Terrassen erhalten, die von der jahrhundertelangen Arbeit der örtlichen Winzer zeugen.

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Hatzenport on the Moselle
Hatzenport an der Mosel
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Alken und die beiden Türme der Burg Thurant

Nach einer weiteren Überquerung der Mosel sind wir erneut begeistert. Diesmal zieht Alken unsere Aufmerksamkeit auf sich, ein Weinort unterhalb der malerischen Burg Thurant. Die Festung entstand im frühen 13. Jahrhundert und gehört zu den ältesten Burgen an der Mosel. Ihr besonderes Merkmal sind die beiden Türme aus der Zeit, als die Burg zwischen den Erzbischöfen von Trier und Köln aufgeteilt war. Jede Seite besaß eigene Gebäude, einen Hof und Verteidigungsanlagen, was die Festung recht ungewöhnlich macht. Heute befindet sich Burg Thurant in Privatbesitz. Ein Teil ist jedoch für Besucher geöffnet, darunter Gärten, Höfe und Aussichtspunkte. Unterhalb des Hügels liegt das historische Alken mit schmalen Gassen, Fachwerkhäusern und Resten mittelalterlicher Stadtmauern. Es ist einer der malerischsten Anblicke auf dem letzten Abschnitt des Mosel-Radwegs.

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Alken and the two towers of Thurant Castle
Alken und die beiden Türme der Burg Thurant
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Kobern-Gondorf - ein hilfreicher Hinweis und eine Marktplatzpause

Bei der Einfahrt nach Kobern-Gondorf bemerkten wir unter den Radwegweisern eine Informationstafel zu einem möglicherweise gefährlichen Abschnitt vor Koblenz. Sie warnte Radfahrende davor, die Route am gegenüberliegenden Moselufer zu nutzen, wo der Autoverkehr ein größeres Risiko darstellt. Eine einfache Karte zeigte den empfohlenen Verlauf und die Stellen, an denen besondere Vorsicht nötig ist. Das ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich Radreisende neben den üblichen Wegweisern auch über örtliche Probleme und Gefahren informieren lassen. Solche Maßnahmen sind besonders auf touristischen Fernradrouten wertvoll, die Menschen ohne Ortskenntnisse nutzen. Sie zeigen außerdem, dass zur Sicherheit neben dem Bau von Infrastruktur auch klare und verlässliche Informationen beitragen können.

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Achtung Radfahrer in Kobern-Gondorf
Achtung Radfahrer in Kobern-Gondorf

Wir halten noch einmal in Kobern-Gondorf, diesmal zum Essen in der gemütlichen Umgebung des kleinen Marktplatzes im historischen Kobern. Traditionelle Häuser und historische Gebäude umgeben den Platz, und an den Restauranttischen lässt sich eine Pause vom Radfahren einlegen. Über dem Ort steht die Ruine der Niederburg Kobern, einer Burg aus dem 12. Jahrhundert, die einst das Moseltal bewachte. Teile ihrer Wehrmauern und ein markanter Turm sind erhalten und von vielen Stellen in der Umgebung sichtbar. Noch höher liegen die Reste einer zweiten Festung, der Oberburg, und die Matthiaskapelle, die im 13. Jahrhundert auf einem sechseckigen Grundriss errichtet wurde.

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The ruins of Niederburg Castle in Kobern-Gondorf
Die Ruine der Niederburg in Kobern-Gondorf
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Die letzten Weinberge rund um Winningen

Auf den nächsten Kilometern nehmen wir langsam Abschied von der Weinlandschaft, die uns seit Trier fast ununterbrochen begleitet hat. Rund um Winningen passieren wir die letzten ausgedehnten Weinberge an den steilen Hängen über der Mosel. Der Ort selbst gehört zu den ältesten Weinbauzentren der Region. Bekannt ist er für Terrassenweinberge, deren Steinmauern seit Generationen den Boden an den steilen Hängen halten. Weiter flussabwärts wird das Tal allmählich breiter. Es erscheinen mehr Gebäude, Straßen und städtische Infrastruktur. Koblenz, wo unsere Radreise entlang der Mosel endet, rückt spürbar näher. Bevor wir die Mündung in den Rhein erreichen, blicken wir aber noch mehrmals auf die letzten Weinberge und die charakteristischen Talhänge zurück.

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The vineyards around Winningen
Die Weinberge rund um Winningen
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Koblenz - wo die Mosel auf den Rhein trifft

Koblenz ist die letzte Stadt am Mosel-Radweg und der Ort, an dem die Mosel ihre Reise mit der Mündung in den Rhein beendet. Hier liegt das Deutsche Eck, eine markante Landzunge zwischen den beiden Flüssen und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Über dem weiten Platz erhebt sich ein monumentales Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. Mit seinem Sockel ist das Denkmal rund 37 Meter hoch. Es entstand im späten 19. Jahrhundert als Symbol der deutschen Einheit. Im Zweiten Weltkrieg wurde es zerstört und erst 1993 wiederhergestellt. Heute ist das Deutsche Eck ein beliebter Ort für Spaziergänge und Begegnungen sowie ein natürlicher Endpunkt für Radreisende, die ihre Fahrt an der Mosel abschließen.

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The equestrian statue of Emperor Wilhelm I in Koblenz
Das Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. in Koblenz

Auf der anderen Rheinseite erhebt sich hoch über dem Fluss die Festung Ehrenbreitstein, eine der größten erhaltenen Festungsanlagen Europas. Ihre heutige Gestalt stammt überwiegend aus dem 19. Jahrhundert, als die Preußen die Befestigungen als Teil des Verteidigungssystems von Koblenz ausbauten. Eine Seilbahn führt über den Rhein zur Festung und verbindet den Bereich nahe dem Deutschen Eck mit dem Hügel am gegenüberliegenden Ufer. Während der Fahrt eröffnen sich weite Blicke auf die Moselmündung, das Zentrum von Koblenz und die umliegenden Höhen. Die Festung beherbergt historische Ausstellungen und Museumssammlungen. Das Ludwig Museum nahe dem Deutschen Eck zeigt dagegen zeitgenössische Kunst, besonders Werke französischer Künstler. Die Umgebung der Moselmündung verbindet damit die wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt mit ihrem Kulturangebot.

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Ehrenbreitstein Fortress and the cable car in Koblenz
Festung Ehrenbreitstein und Seilbahn in Koblenz

Ein Spaziergang durch das Zentrum von Koblenz zeigt, dass die Stadt trotz ihrer mehr als zweitausendjährigen Geschichte keinen so durchgehend historischen Charakter bewahrt hat wie viele kleinere Orte an der Mosel. Das liegt vor allem an den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg, als alliierte Bombenangriffe große Teile der Stadt in Trümmer legten. Eine Gedenktafel mit einem Foto der zerstörten Stadt erinnert an das Ausmaß der Katastrophe und ermöglicht einen Vergleich mit den heutigen Straßen. In den folgenden Jahrzehnten wurden viele Gebäude ersetzt, sodass historische Kirchen, Plätze und einzelne Häuser heute neben Nachkriegsarchitektur stehen. Die Altstadt lohnt dennoch einen Besuch, darunter Jesuitenplatz und Florinsmarkt sowie die als Vier Türme bekannte Kreuzung von Am Plan, Marktstraße, Löhrstraße und Altengraben. Ihren Namen verdankt sie vier Eckhäusern mit auffälligen Erkern, die eines der markantesten Motive des historischen Koblenz bilden.

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The Four Towers at a street intersection in Koblenz
Die Vier Türme an einer Straßenkreuzung in Koblenz
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Ein Fahrradaufzug in unserem Hotel in Koblenz

In unserem Hotel in Koblenz brachte uns das Fahrradsymbol zwischen den Etagenknöpfen des Aufzugs zum Schmunzeln. Eine so gekennzeichnete Einrichtung für Radreisende hatten wir noch nie gesehen. Auf der angegebenen Etage wartete ein sicherer, abschließbarer Fahrradraum. Auch eine kleine Schlange von Radreisenden an der Rezeption zeigte, wie beliebt das Hotel bei ihnen war. Solche Details machen deutlich, dass eine gastfreundliche Haltung gegenüber Radreisenden nicht immer große Investitionen erfordert - manchmal reichen eine durchdachte Raumnutzung und klare Hinweise. Es überrascht nicht, dass der Hotelaufzug später in unserer Sammlung fahrradfreundlicher Hotels und interessanter Ideen für den Radtourismus auftauchte.

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A queue of cyclists at a hotel reception
Eine Schlange von Radreisenden an einer Hotelrezeption
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Campingplätze als Alternative zu Hotels

Im gesamten Moseltal gibt es eine sehr große Auswahl an Unterkünften. Man kann in Luxushotels, Mittelklassehotels, kleinen Familienpensionen oder auf zahlreichen Campingplätzen übernachten. Besonders die Campingplätze fallen beim Radfahren auf, denn viele liegen direkt am Fluss, und der Radweg führt oft über ihr Gelände. Vom Sattel aus sehen wir vor allem Wohnmobile und Wohnwagen, die einen großen Teil des Betriebs ausmachen. Es gibt aber auch Plätze, die Gäste mit eigenen Zelten willkommen heißen. Damit sind Campingplätze eine interessante Alternative für Radreisende, die eine unabhängigere und preisgünstigere Reise an der Mosel planen.

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A campsite on the bank of the Moselle
Ein Campingplatz am Moselufer
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Mit dem Zug von Koblenz zurück nach Trier

Zum Schluss mussten wir noch nach Trier und zu unserem geparkten Auto zurückkehren. Das wurde zu einer letzten Attraktion unseres Aufenthalts in der Moselregion und fühlte sich keineswegs wie eine lästige Pflicht an. Über lange Abschnitte folgte der Zug dem Fluss durch bereits besuchte Orte und vertraute Landschaften. Das erinnerte uns an die schöne Zeit auf dem Mosel-Radweg. Nach den Tarifregeln in Rheinland-Pfalz fahren Fahrräder in Regionalzügen montags bis freitags ab 9 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen ganztägig kostenlos mit. Am Bahnhof fiel uns außerdem neben der Treppe zu den Bahnsteigen eine breite Passage zum Schieben von Fahrrädern auf - eine einfache Hilfe, die noch längst nicht selbstverständlich ist. Zusammen mit den durch große Symbole an den Wagen klar gekennzeichneten Fahrradbereichen der Züge vervollständigten solche Details das Bild der Bahn als natürlichem Partner des Radtourismus an der Mosel.

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A passage for wheeling bicycles at Koblenz station
Eine Passage zum Schieben von Fahrrädern am Bahnhof Koblenz
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Unsere Eindrücke vom Mosel-Radweg

Der Mosel-Radweg gehört zu den Radrouten, auf denen sowohl das komfortable Fahren als auch die bemerkenswerte Umgebung, die Radreisende fast die ganze Zeit begleitet, lange in Erinnerung bleiben. Malerische Flussschleifen, steile Weinberghänge, mittelalterliche Burgen und kleine Orte schaffen eine abwechslungsreiche Landschaft, die sich fast hinter jeder Kurve verändert. Eine weitere große Stärke ist die Radinfrastruktur - auf dem weitaus größten Teil der Route fährt man auf komfortablen, vom Autoverkehr getrennten Wegen. Asphalt überwiegt, doch viele Abschnitte sind auch mit recht alten Pflastersteinen belegt. Die Oberflächen sind dennoch gut gepflegt. Die wenigen Lösungen, die Bedenken auslösen, ändern kaum etwas an unserer insgesamt sehr positiven Bewertung.

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Mosel-Radweg - Moselle Cycle Route
Unterwegs auf dem Mosel-Radweg in Deutschland

Vom Mosel-Radweg blieb uns vor allem das Gefühl einer außergewöhnlichen Kontinuität. Lange waren wir keine Route mehr gefahren, auf der die einzelnen Radwegabschnitte so nahtlos ineinander übergingen. Man muss nicht ständig überlegen, wo es weitergeht, die Fortsetzung der Route auf der anderen Straßenseite suchen oder die Fahrweise an plötzlich veränderte Bedingungen anpassen. Ortsdurchfahrten, Kreuzungen und Verbindungen mit örtlichen Straßen sind meist intuitiv verständlich. Das ermöglicht einen entspannten Rhythmus und lässt mehr Zeit für die Umgebung. Ein ähnliches Gefühl von Kontinuität und Vorhersehbarkeit erlebten wir später beim Radfahren an der Maas in Belgien.

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A selfie at Deutsches Eck in Koblenz
Ein Selfie am Deutschen Eck in Koblenz

Das sanfte Profil, die klare Beschilderung und das breite Angebot für Radreisende machen den Mosel-Radweg auch zu einer ausgezeichneten Wahl für Menschen, die ihre ersten mehrtägigen Radreisen unternehmen. Uns gefiel er so gut, dass er nach dem Zusammenrechnen der Punkte in unserer Rangliste der besten Radrouten Europas den zweiten Platz belegte! In dieser hohen Bewertung spiegelten sich die Landschaft und die Radinfrastruktur wider, aber auch die einfache Organisation der Reise, die große Auswahl an Unterkünften, die bequemen Bahnverbindungen und die gastfreundliche Atmosphäre der Orte am Fluss.

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Have a safe ride! 💚

Simon Thread
(Szymon Nitka)

I'm a passionate cycling traveler and the voice behind Cycling Thread. I explore Europe on two wheels, documenting the most scenic routes, inspiring places and cyclist-friendly practices. My writing blends personal experience with practical insights and a deep love of travel. I'm also a contributor to National Geographic Traveler magazine.

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